Four Corners und entlang des San Juan River

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Wir machen uns auf den Weg zum Monument Valley, nicht ohne noch ein paar Sehenswürdigkeiten in der Wüste aufzusuchen.

160 W, CO 666S: Cortez, Four Corners Monument (NM,AZ,UT,CO)

Allzu lange Strecken haben wir heute zwar nicht mehr vor (ca. 190 km), doch es ist eh schon wieder Nachmittag, also schauen wir, dass wir weiterkommen. Auf der Fahrt nach Süden, kurz nach Cortez, erreichen wir das Ute Mountain Indian Reserve. Mitten in dieser wüsten Landschaft steht plötzlich ein einsamer Inselberg, der bereits stark an Monument Valley erinnert, von dem wir aber noch gut 160km entfernt sind. Tatsächlich ist es einer der letzten Stücke vom Mesa Verde Plateau, von denen wir kurz darauf noch einige weitere sehen. Hier herunten kann man sich gar nicht vorstellen, wie schön grün und angenehm es oben am 600 Meter höheren Plateau ist.

Four Corners

Weiter geht die Fahrt nach Südwesten, es wird ziemlich flach, wüst und heiß. Ziel ist das geographische Unikum, an dem vier Staaten aneinandertreffen. Zufällig liegt der Grenzstein zwischen Utah, Colorado, Arizona und New Mexico auch noch in der Navajo Indian Reservation, das heißt Eintritt zahlen. Zu sehen sind eine in den Boden gegossene Bronzeplatte des USGS, Fahnenmasten und Mobil-Klos. Um ein paar Dollar könnte man sich auch mit einem „echten“ Indianer (im Häuptlingsschmuck inklusive Pferd) fotografieren lassen, was uns aber eindeutig abschreckt!

Vermessungsmarke im Boden am Four Corners Monument

Fahnenmasten beim Four Corners Monument

Insolationsverwitterung

Was dem Trip dann doch noch einen Sinn gibt, abgesehen von der Tatsache in New Mexico zu sein, sind interessante Insolationsverwitterungen an Steinen, die den Parkplatz abgrenzen. Die thermische Energie der Sonnenstrahlung lässt die Aussenseite der Steine dunkel wären, dadurch heizen sie sich noch mehr auf und diese Platten dehnen sich mehr auf als die grosse innere Masses des Steins. Die Oberfläche sprengt es so regelrecht vom Stein weg, teilweise über einen halben Meter.

Um das Auto nicht unnötig aufzuheizen, fahren wir wieder ein Stück nach Nordosten zurück, um den Hwy. 41 und Monument Valley von Nordosten und über Utah zu erreichen.

In Utah wird es langsam wieder reliefierter und farbenfroher, besonders was die Farben des Sandes betrifft, von Vegetation ist auch hier kaum mehr eine Spur, wir sind in der Wüste gelandet. Es herrscht eigentlich kaum Verkehr und wir kommen uns verhältnismäßig verloren vor.

Navajo Twin Rocks und Mexican Hat

CO 41 N, UT 262 W: Bluff, Navajo Twin Rocks (UT) 
UT 163 W: Mexican Hat

Navajo Twin Rocks: ein kleiner Vorgeschmack auf Monument Valley.

Bei Bluff kommen wir wieder auf einen größeren Highway, aber der Verkehr wird nicht mehr. In der Karte waren die Navajo Twin Rocks eingezeichnet. Als wir das Café mit diesem Namen erreichen, war es geschlossen. Erst, als wir enttäuscht wieder ins Auto steigen, fällt uns auf, was es mit den Twin Rocks auf sich hat: Hinter dem Café stehen zwei gigantische Felsblöcke, die auf hohen natürlichen Säulen ruhen, als ein Überbleibsel eines Plateaus.

Einige Meilen später fahren wir über eine Geländeerhöhung, die sich im Rückblick als außerordentlich gefaltet herausstellt. Daneben sind aber auch eindeutig söhlig gelagerte Tafellandschaften zu bewundern, alles in verschiedensten schönen rötlichen Farben. Besonders eindrucksvoll wird diese Landschaft, als wir das Tal des San Juan Rivers erreichen.

Nichtsöhlige hinter söhlige Sedimentschichten im Süden der Strasse.

Mexican Hat: Die Region besteht aus wüstenähnlichem Gelände, welches von Canyonlandschaften unterbrochen wird. Östlich des Ortes befindet sich eine Felsformation, die wie ein mexikanischer Sombrero aussieht und damit dem Ort den Namen gab.

Mexican Hat

Hier biegen wir mit einem Auto einfach auf einem Pfad in die Pampa ab und versuchen ein kurioses Felsgebilde zu erreichen, das wie ein Mensch mit einem riesigen Hut aussieht. Als wir später in die nächste Ortschaft einfahren wissen wir, woher diese ihren Namen hat (Mexican Hat). Es ist zwar unerträglich heiß, aber wir wagen trotzdem ein paar Schritte außerhalb des Autos, schon alleine um die herrliche Landschaft zu fotografieren. Selbst dabei nutzen wir aber jeden Schatten aus, der sich bietet (z. B. Strommasten).

Laut Karte und nach ein paar Gewächsen weiter unten zu schließen, soll hier auch der San Juan River fließen. André ist neugierig, wie sich hier ein Fluss halten kann. Also fahren wir auf dem staubigen Weg einfach hin. Das Wasser ist zwar warm, aber nicht umgekippt und es fließt auch trotz dem relativ flachen Gelände. Der Karte entnehmen wir, dass der Fluss sogar bis zum Lake Powell (Colorado River) weiterfließt und nicht irgendwo den Geist aufgibt. Für ein Bad ist die Sache dann auch André nicht geheuer, es wäre doch der ideale Ort für so manches Getier.

In der Ortschaft Mexican Hat halten wir an einer Tankstelle, wie sie in den wildesten amerikanischen Filmen vorkommt: rostige Zapfsäulen, Holzgebäude, sengende Hitze, verschwitzter und unrasierter Tankwart. Der schaut ganz schön verdutzt, als wir neben dem Benzin noch ein Packerl Milch wollen. Nebenbei sei bemerkt, dass wir sicher auch schon recht staubig ausschauen.

Autokennzeichen Arizona Umweltschutz: gGiftige Farben, ein Kaktus, zwei laufende Salamander und der Slogan „Protect our Environment“;.

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