Zwei Tage beim Mount Rainier

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Ankunft im Mount Rainier NP

André, Alex, Doris und Andreas P. beim Abendessen bei Nacht. Photo: Peter Sykora

Abends fuhren wir von Seattle in Richtung Mt. Rainier National Park weiter. Wieder kurz vor der Dunkelheit stellten wir unsere Zelte auf dem Cougar Rock Campground auf.

Abendessen aus Resteln am Campground weil Charly meinte hier könne man um 8pm noch einkaufen… Die Logistik von Alex, André, Peter, Martin, Julia, Andi und Doris ermöglichte auch unter diesen widrigen Umständen ein Festessen, die anderen bekamen unsere Restln ab (z. B. Luxusgüter wie Salatsauce) und durften dafür dann noch unser Geschirr abwaschen.
Man beachte den leeren Tisch vorn und den vollen hinten…

Nach dem Essen saßen wir alle wieder um ein Lagerfeuer zusammen und sangen, was uns gerade an Liedern einfiel. Charly trieb später sogar von den Nachbarn eine Gitarre auf, was den Klang der Lieder noch gemütlicher machte.

8. September 1998

Plummer Peak Hike

Sinn der Besteigung war den Mount Rainier schön von Süden zu sehen. Wir sahen hauptsächlich Nebel. Karte: Martin Galanda, Peter Sykora und Julia Beckel.

Dieses Squirrel machte sich ohne Hemmungen über die Kabel des GPs-Geräts her.  Photo: Peter Sykora.

In der Früh fuhren alle, die etwas an Nahrungsmitteln brauchten erst einmal einkaufen. So brachen wir alle erst relativ spät zum Visitor Center beim Paradise Point auf. Doch das Wetter war auch einfach furchtbar: der Nebel hing ziemlich tief und dicht, es war sehr feucht und von dem riesigen Vulkan keine Spur zu sehen.

Im Visitor Center sassen wir alle in einem gemütlichen Raum im Keller zusammen, Lorenz gab eine Einführung zum Felszeichnen. Jeder bekam eine Karte vom Mt. Rainier kopiert, wo er die Erklärungen dann in die Praxis umsetzen sollte. Lorenz erläuterte zuerst die geschichtliche Entwicklung der Felszeichnungen und die Daten der wichtigsten Felszeichner und führte dann die Techniken des Felszeichnens aus.

Dann brachen wir in Richtung Plummer Peak auf. Von dort wollten wir versuchen, einige Felszeichnungen des Mt. Rainier in die Karte einzutragen. Doch der Nebel wollte sich einfach nicht lichten. Diesmal waren die GPS-Geräte wirklich hilfreich. Ins Garmin waren in der Früh einige Waypoints eingespeichert worden, die uns nun wirklich halfen, den Plummer Peak inmitten des Nebels zu finden. Auf dem Weg machten wir ausserdem mit einem ziemlich frechen Squirrel Bekanntschaft, das versuchte, den Trimbel ein wenig anzuknabbern.

Verjagen half nur bedingt, mit einem Apfelputzen konnten wir es besänftigen.

Wir waren hier zu einer Felszeichnen-Übung am Trail vom Reflection Lake auf den Plummer Peak. Kein Wunder, dass der Exkursionsleiter Charly nicht gerade vom dichten Nebel begeistert war. Aber wenigstens war es einigermassen warm, Mike lässt sich seine gute Stimmung nicht vergraulen

Doch auch auf dem Plummer Peak wurde die Sache mit dem Nebel nicht besser. An reales Felszeichnen war wirklich nicht zu denken, nur ab und zu tauchte der Mt. Rainier aus dem Nebel auf. Doch alle zeichneten ein bisschen auf ihren Karten herum oder sahen Lorenz bei seinen Zeichnungen zu. Doch wir brachen das Ganze ziemlich schnell wieder ab. Der Nebel war einfach zu dicht.

Andreas P. und Martin am Am Plummer Peak,1942 m, im Süden des nebligen Mount Rainier. Photo: Peter Sykora.

Lorenz, Agnes, Andi R., Doris, Alex, Andreas P. und Peter am Plummer Peak,1942 m, im Süden des Mount Rainier. Photo: Computerkartographie Uni Wien.

Martin und Peter beim Felszeichnen am Plummer Peak. Man verglich Zeichenfragmente, die man zwischen den Nebelschwaden erkannt und niedergezeichnet hatte.

Mount Rainier, 4392 m. Grösser wurde das Fenster in den Wolken nie. Photo: Peter Sykora,.

Abends gab es wieder Lagerfeuerromantik im Campground. Bei der nächsten Reise sollten wir aber auf jeden Fall ein paar Liedertexte mehr können, denn oft kamen wir über die erste Strophe nicht hinaus.

9. September 1998

Auch an diesem Tag präsentierte sich die Gegend in dichtem Nebel. Also bauten wir die Zelte ab und fuhren zuerst wieder ins Paradise Visitor Center. Einige machten noch eine Wanderung in der Umgebung mit einer Rangerin mit, wo ausführlich Vegetation und Tierleben des Parks erklärt wurden. Wir zeigten der Rangerin ausserdem die Karte, die wir vom Mt. Rainier noch in Österreich erstellt hatten. Die Leute vom Park waren schwer begeistert. Ausserdem gab es in dem Center die einmalige Gelegenheit zu duschen. Weiters konnte man sich die Ausstellungen, Filmvorführungen und Computerprogramme ansehen, die ausgestellt wurden.

South Sunrise Camp View Point am Abend

Julia am Trail zum South Sunrise Camp, westlich vom Sunrise Point. Im Hintergrund rinnt der Emmons Glacier vom Mount Rainier hinab. Photo: Peter Sykora.

Nachmittags beschlossen wir, auf die andere Seite des Berges zum Sunrise Point zu fahren, die Rangers hatten gemeint, dass dort schon die Sonne scheint. Und wirklich: endlich der mächtige Vulkan in seiner vollen Größe. Vom Sunrise Point marschierten wir noch eine halbe Stunde zum Sunrise Camp, wo wir wiederum unsere Zelte aufbauten. Noch am Abend erklommen wir einen nahen Aussichtspunkt, von wo wir ein herrlicher Ausblick auf den Vulkan hatten. Glücklicherweise kam niemand auf die Idee wieder mit dem Felszeichnen zu beginnen! Abends wurde es sehr schnell eisig kalt und wir durften kein Lagerfeuer machen.

Das letzte Tageslicht erlischt bei der Aussichtsplattform amAbend überm South Sunrise Camp. Photo: Peter Sykora.

Hier ging wieder mal alles schief. Viel zu spät fuhren wir zum Sunrise Point und zum Einkaufen blieb wieder keine Zeit. Dann mussten wir noch den Sonnenuntergang anschauen und recht spät machten wir uns zu acht an das letzte verbliebene Packerl Suppe. Zwei Benzinkocher versagten den Dienst, aber jener von Peter starte dann doch. Die Suppe streckten wir mit Wasser und Salz soweit es ging. Wir essen direkt aus dem Kochtopf um möglichst wenig Wärme zu verlieren. Denn es war eisig kalt. Wir verpatzen so einiges an Suppe und bedenken gar nicht, dass wir so Bären anziehen konnten. Im Bild: Julia, Alex, Andi, Doris. Die anderen waren zurückgegangen um Essen zu gehen. In der kalten Nacht halten alle Gewandtstücke zum Wärmen her. Julia wird sogar zu Martin und Peter ins Zelt kriechen um die Nacht zu überstehen…

Suppe Löffeln am South Sunrise Camp mit Julia, Alex, Andi R. und Doris.

10. September 1998

South Sunrise Camp View Point in der Früh

Um 6h wurden alle geweckt zum Sonnenaufgang schauen. Wieder wanderten wieder erfroren zum Aussichtspunkt hinauf. Um kurz nach 6h30 ging die Sonne auf dem Mt. Rainier auf. Dieser schien in den ersten roten Sonnenstrahlen des Tages richtig zu brennen, auf dem Gletscher wurde das Licht einfach unglaublich grell reflektiert. Alle beobachteten das Schauspiel und bereuten es nicht, so früh aus den kalten Schlafsäcken gekrochen zu sein. Wirklich erleichtert sind wir allerdings erst, als uns die Sonnenstrahlen auch erreichen und uns wärmen.

Sonnenaufgang über dem Mount Rainier, gesehen von einer Plattform südlich des South Sunrise Camp. Der glatte Felskamm links heisst Disappointment Cleaver. Rechts ragt noch das Russell Cliff und das Liberty Cap neben dem Gipfel heraus. Im Vordergrund steht Mount Ruth und dahinter der Steamboat Prow, 2958 m. Hinter letzterem verbirgt sich das Camp Schuhman, 2899 m.

Little Tahoma Peak: ein massiver Kamm im Osten des Mount Rainier.

Morgensonne auf den Gletschern des Mount Rainier. Hier heroben ist der ganze Konus vergletschert. Aus dieser Kappe werden sich weiter unten der Winthrop Glacier und der Emmons Glacier herauswinden.

Mount Rainier im Morgenlicht, dass weisser wird. Photo: Peter Sykora.

Little Tahoma Peak und Mount Rainier: Berge am Kamm von links nach rechts: Whitman Crest. Little Tahoma Peak, 3395 m. Disaappointment Cleaver. Columbia Crest, 4392 m (Moint Rainier Gipfel). Russell Cliff. Liberty Cap, 4304 m.

Gruppenbild vorm Mount Rainier mit Michi, Agnès, Dieter, André, Charly, Andi, Martin, Doris. Peter, Julia, Lorenz, Alex, Mike, Palko. Dahinter der Mt. Rainier. Photo: Peter Sykora.

André unrasiert und frisörignorierend am Sunrise Point. Im Hintergrund vermutlich ein Berg der Goat Rocks Wilderness, ein Kamm zwischen dem Mount Rainier und Mount Adams. Photo: Alexandra Medwedeff.

Fahrt zum Mt. St. Hellens

Anschliessend packten wir wieder einmal unsere Sachen zusammen und brachen zum Mt. St. Helens auf.

Mount Rainier, 4392 m Ansicht von Südosten. Die kleinen schwarzen Punkte sind Vögel. Photo: Peter Sykora.

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