Seitenmöbel im selbst ausgebauten Camper

Thema: vom Lieferwagen zum Camper.


Folgende Bereiche sind kaum gestaltbar und so nebenbei auch kaum sinnvoll zu isolieren:

  • vorne die offene Fahrerzelle,
  • hinten öde Türen oder eine Heckklappe,
  • eine Hälfte der Beifahrerseite besteht aus einer Schiebetür.

Es bleiben also im Wesentlichen 1,5 Seiten zu gestalten. Viel Platz ist nicht verfügbar, er mag gut genützt werden.

Seite des Seitenmöbels

Mit einer typisierten Schlafsitzbank gibt es Platz für ein Seitenmöbel nur wenn die Bank schmäler als die maximale Breite ist (dadurch wird sie allerdings offiziell meist nur für zwei Personen zum Fahren zugelassen). Typischerweise ist das Seitenmöbel fahrerseitig und über die ganze Länge des verfügbaren Raums gezogen.

Fälle für beifahrerseititge und somit kürzere Seitenmöbel:

  • bei grösseren Basisfahrzeugen,
  • Fahrzeuge ohne zugelassener Rückbank und wenn diese in Längsrichtung montiert wird weil man die Bank an die fahrerseitige Wand hochklappen kann um in der Mitte Platz zu schaffen.

(Kein) hoher Kasten im Heck

Bei kommerziellen Ausbauten sieht man fast immer einen Hochkasten im Heck, der etwa auf der Höhe der Lehne der Schlafsitzbank beginnt und hinten an der Heckklappe oder den Hecktüren endet. Dadurch gibt es vermeintlich mehr Stauraum und theoretisch auch Platz Klamotteb oder andere Sachen hängend und verschlossen zu verwahren.

Allerdings muss einem bewusst sein, dass dieser “Schrank” nicht tiefer als das Seitenmöbel sein wird, also rund 35 cm. Wenn man unten den Schrank durchzieht und unter der Decke auch kleine Kästchen unterbringt, erreicht man fast das selbe Volumen. Man kann zwar nichts Aufhängen, aber wenn man voll bepackt verreist, ist sowieso kein Platz um Gewand locker an Kleiderbügeln baumeln zu lassen.

Zugänglich ist so ein Kasten auch nur schwerlich: die Lehne der Rückbank ist schräg, am hinteren Bett (der “Kofferraumabdeckung”) liegt meist die Decke oder anderes, also geht auch im oberen Bereich eine Türe nur schwerlich auf.

Ich habe aus einem anderen Grund auf einen hohen Kasten hinten verzichtet: mein Seitenmöbel ist beim Fenster rund 40 cm breit, bei den Säulen dementsprechend weniger. Ich plante diese Fläche als drittes Bett für unseren Sohn zu nutzen. Zusammen mit einer einhängbaren Verbreiterung ist diese Fläche so breit wie eine Campingmatte (55 cm) und länger als zwei Meter. Diese letztendlich ausgeführte Idee hat eine weitere positive Nebenwirkung: die Sicht auf die Heckfenster ist gänzlich frei.

Hinten stösst ein durchgehendes Seitenmöbel an den D-Säule im Heck, diese ist meist breiter als alle anderen und am Bild rechts sieht man auch wie breit ein Heckkasten wäre, wohl gemerkt, dass hier ein verhältnismässig breites Seitenmöbel zu sehen ist.

Man kann auch nicht die Fläche sinnvoll öffnen, weil hier der Rückteil des Betts ist. Bei meiner Lösung mit der durchgehenden Fläche kann ich auch nicht von oben öffnen, weil das die Stabilität des ganzen Möbels beeinträchtigen würde.

Es bleibt also diese schmale höhe Öffnung. Dahinter wird es kurz breiter, aber es folgt schnell der Radkasten, der viel Platz einnimmt. Für uns ist dieser Bereich nun eine kleine Nasszelle, hier landen Tarp, ein Wurfzelt, Isomatten, Spaten udgl. Es gibt nach wie vor keine Türe, es ist aber noch nichts herausgefallen.

Ein eigens angepasster Sockel fehlt hier am Bild noch.

Ausgestaltung der Ausbuchtungen

Würde man eine geradelinige Wand über die Säulen und Holme ziehen, gingen dahinter bis zu 30 cm tiefe Bereiche verloren. Das ist zu viel bei dem wenig Raum. Da ich das Seitenmöbel auch zum drauf Schlafen heranziehe, muss ich sowieso auch den Raum zwischen C-Säule und Heck optimal ausnützen.

Allerdings sind sämtliche Übergänge zwischen Flächen, Holmen und Säulen alles andere als rechtwinkelig und selten befindet sich das alles in einer Ebene. Man muss also abwägen, welchen Ausbuchtung man mit Sperrholz wirklich auskleidet. Auch macht mühsames Ausbauen von Hohlräumen keinen Sinn, wenn der Raum dann nicht nutzbar ist.

Hinter Möbeln ist es allesamt einfach: da bringt man die Isolierung an, aber es braucht keine Rückwand. Wenn die Isolierung sich gut den wirren Formen der Karosserie anschmiegt, ist der Raum gut genutzt. Die gesamte untere Seite der Fahrerseite ist somit grob geregelt, inklusive dem Radhaus hinten.

Ein bisschen überlegen muss man vorab die Gestaltung der Kästchen und Türen dazu. Alle Böden mussen fix verschraubt sein, versetzbare lose Böden würden beim Fahren nur klappern und herumspazieren. Aber man muss auch die Schlafsitzbank im Auge haben. In Sitzposition solltem alle Türen aufgehen, aber auch im ausgeklappten Zustand sollte noch etwas zugänglich sein.

Bleiben die Bereiche der Fenster. Wenn man Fenster (eingebaut) hat, wird man bis rund um das Fenster zurückbauen. Aber auch wenn nur das Blech da ist, sollte man diese grossen Flächen nicht verspielen. Man hat auch nicht so viel Geräte (Wechselrichter, etc.) die man an solchen Stellen sinnvoll verbauen könnte. Diese Flächen sind auch gross genug, dass sich die Ausgestaltung der gestuften Übergänge mit Sperrholz auszahlen.

Man könnte auch die Flächen flach verschliessen und Fächer hinter der Wand mit kleinen Öffnungen platzieren. Aber wirklich viel bringt man da nicht unter. Am Bild unten sieht man so eine Lösung, die ich aber nur Rund um das Fenster an den B- und C-Säulen umgesetzt habe. Heute lagern dort Gewürze, Sonnencremen und anderer Kleinkram.

Oberkästchen

Ich hatte schnell die Decke isoliert und mit einer grossen Spanplatte überzogen. Diese reicht seitlich nicht bis in das Eck weil hier auch sehr dicke Holme herunterragen und somit die Decke zu tief hängen würde. Kurz darauf habe ich von unten das Seitemöbel hochgezogen und die Fensterbereiche um- und verbaut. Der Übergang von der Vertikalen in die horizontale Deckenfläche war aber immer noch frei. Hier passierte mir ein strategischer Fehler: ich hatte auch hinter der Isolierung keine brauchbaren Verankerungsmöglichkeiten eingeplant. Es blieb zum “anhalten” also nur die 8mm-Sperrholzplate und der Verbau der Säulen. Allenfalls waren noch die Bereiche der Querträger des Dachs brauchbar, die unmittelbar hinter der Sperrholzplatte an der Decke liegen.

Ich hatte auch einen Haufen keines Schnittholz und habe nun kleine Kästchen unter die Decke in das Eck gebaut. Heute ist das ein immens wichtiger Stauraum. Vorne befinden sich Tassen und wichtiges wie Klopapier und Taschentücher, hinten lagert hier meist die Unterwäsche. Wenn das Bett ausgekappt ist, zählen diese Kästchen zu den wenigen noch direkt zugänglichen. Abend schlichten wir dort die frische Wäsche für den folgenden Morgen hinein, denn die restliche Wäsche lagert ja nach dem Aufwachen unzugänglich unter dem aufgeklappten Bett.

Die senkrechten Trennwände der Oberkästchen sind die tragenden Elemente und sind teilweise direkt ins Blech geschraubt. Die hinteren zwei Kästchen fehlen am Bild noch, sie werden nach hinten schmäler um die Sicht nach hinten hinaus nicht zu versperren. Die C-Säule ist recht massiv verkleidet, zum Fenster hin wird der Platz durch kleine Ablagen genützt, links ist ein Lichtschalter (dunkelbraun) eingesetzt.

Beifahrerseitige Wand hinten

Ist die Schlafsitzbank wie üblich bündig mit der Beifahrerseite verbaut, gibt es rechts keinen Platz für ein Möbel. Zudem befindet sich vorne die Öffnung der Schiebetüre. Hinten ist auch ein Radhaus und oft geht eine Schlafsitzbank genau seitlich und drüber vorbei, das ist beim eventuellen Verbauen des Radhaus zu beachten.

Es bleibt also nur der Raum zwischen C-Säule und Heck. Ich habe da lange herumgedoktert und am Ende nur Restholz verbaut um den Raum für den Gesamteindruck “nutzbar” zu machen. Der Bereich ist also verschallt, oben befinden sich mehrere Hacken, wo man (kurze) Handtücher und Geschirrtücher aufhängen kann. Manchmal trocknet dort auch Badezeug.

Am Bild unten der Anfang des Verbauens. Der hier bereits verkleidete Raum befindet sich über dem Radhaus, es passt theoretisch einiges hinein, aber wirklich genutzt wird er nicht im Alltagsgebrauch.

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