Tausch der Arretierung gegen Klappern der Reimo-Variotech-333-Bank

Thema: vom Lieferwagen zum Camper.


Bild mit Spannvorrichtung der Reimo-Sitzbank

Spannvorrichtung zum Fixieren der Bank gegen Klappern

Die Reimo Schlaf-Sitzbank Variotech 333 ist genormt, DIN-geprüft ebenso eingebaut und erfüllt die geltenden Sicherheitsbestimmungen für Sitz- und Gurtsysteme. Aber das schwere Stahlmonster deutscher Ingenieurskunst klappert beim Fahren. Nicht ganz schuld dran ist die, anscheinend später achtlos  in der Planung hinzugekommene, zusätzliche Fixierung der Bank in der Schiene. Ich rede von dem Hebel links im Bild.

Diese Halterung dient nur dem Anspannen der Bank, sodass sie nicht in den Schienen klappert. Die Bank steht nur durch ihr Eigengewicht auf den Rollen in den Schienen, unten hält sie ein „Pilz“, jedoch gibt es Spielraum. In Längsrichtung wird die Bank durch einen Bolzen gehalten, der auch etwas Spielraum braucht. Um Bild unten sieht man den Bolzen und die Schienenführung vorne rechts.

Bild mit aus den Schienen gehobene Reimo-Schlafsitzbank

Hochgeklappte Reimo-Bank. Man sieht in der Mitte oben den Bolzen, der die Bank in zwei Positionen in Längsrichtung arretiert. Rechts eine der vier Schienenführungen mit Rolle.

Abgesehen von der umständlichen Bedienung dieser zusätzlichen Arretierung, weist sie mehrere Konzeptionsfehler auf:

Das Gestänge besteht aus dem Hebel, den man vielleicht von der Fixierung des Fahrradsattels im Rahmen kennt, es folgt eine lange Mutter, eine Gewindestange, wieder eine Langmutter und darunter das Stück welches in die Schiene ragt. Die Gewindeteile sind zwar alle gegen verdrehen mit Kleber gesichert, aber das hält nicht lange. Das heisst, die Teile lösen sich und  man weiss nicht wie wie weit sie hineingeschraubt werden müssen. Alle Teile haben M6-Gewinde.

Im Bild die Spannvorrichtung für die Reimo Variotech 333 Bank

Fahrradspanner und Gewindestange der Reimo-Bankarretierung.

Darunter, im unteren Teil der Bank und in der Schiene, folgt das echte Problem der Konstruktion. Es handelt sich im eine Schraube mit seitlich abgeflachten Kopf, so dass dieses „T“ beim Einsetzen der Bank durch den Schlitz der Schiene passt. Soweit so logisch, aber wie oben beschrieben, verdrehen sich die vielen Gewindeteile und somit das „T“ unten in der Schiene. Mal greift es beim Anziehen, mal steht es diagonal und das Aluminium der Schiene knirscht beim Anziehen, mal steht das „T“ einfach in Schienenrichtung und man kann Schrauben und Drehen und es greift nichts. Wohl gemerkt: diesen Teil sieht man nicht, man hat keine Ahnung wie es gerade steht.

Arretierschrauben aus der Reimo-Schiene mit seitlich abgeflachten Schraubenköpfen

Tauschen der seitlich abgeflachten Schrauben

Die Konstruktion erlaubt kein Sichern der Ausrichtung der seitlich abgeflachten Schrauben. Sie bilden auch keinen verkehrsicherheitsrelevanten Teil der Schlaf-Sitzbank Variotech 333. Ich habe sie also gegen Schrauben mit vollem Kopf getauscht.

Flache Originalschrauben und Ersatz

Dazu nahm ich Schrauben mit Mutterfassung wie man sie bei Achsen von Inline-Skatern oder Tretrollern findet.  Man sieht so eine Schraube mit Kopf rechts im Bild. Der Schaft passt ideal durch den Schlitz der Schiene. Ich habe auch noch eine etwas breitere M8-Beilagscheibe eingesetzt. Es würden noch grössere Kopfe in die Schiene passen, aber auch die Originalschrauben sind nicht grösser.

Verwendet man solche Schrauben und behält den Rest des Gestänges bei, so braucht man noch ein Stück Gewindestange M6 um die Länge der Originalschrauben zu erreichen.

Es muss zum Tausch der unteren Schraube das ganze Gestänge ausgebaut werden. Bis auf die Schraube geht dies noch ohne Anheben der Sitzbank. Mit 10er-Flachschlüsseln kann man die Abschnitte lösen, man muss teilweise mit dem Kleber im Gewinde kämpfen und eventuell mit einer Zange auch ins freie Gewinde greifen.

Bank Anheben

Man fixiert die grossen Arretierbolzen mittels Gummispanner oben, so kann man die Bank hin- und herschieben. Man fährt sie in die Position, wo die vier Rollfüsse in den Langschlitzen zu stehen kommen. Die Postion ist nicht auf den Millimeter genau, aber man hat auch kein Spiel von einem Zentimeter. Die Position der Liegeflächen ist beim Anheben egal. Man kippt die Bank idealerweise nach hinten, so weit bis die flachen Schrauben aus den Halterungen fallen. Unbedingt vorher oben/innen) das gesamte Gestänge darüber lösen, auch die unterste lange Mutter, sie passt nicht durch das Loch im Rahmen.

Man kann die Bank auch seitlich stehend nach hinten kippen. Es wird nicht auf Anhieb klappen, weil man die genaue Position nicht bekannt ist. Sobald man allerdings die Position hat, sollte man Holzkeile bereit halten, oder so einen Balken mit 8cm Kantenbreite wie im Bild ganz oben. Das Problem: man muss die Bank in einem Satz hochheben und schräg Fixieren, denn anderenfalls verkeilen sich die Schrauben, die man Entfernen will, und das ganze Gewicht der Bank lagert auf den Schauben.

Schrauben tauschen

Die Schauben fallen natürlich zur Gänze in die Schiene, man muss sie bis zum vorderen Langschlitz schieben um sie herauszuholen. Hat man sie einmal heraussen, kann man sich auf die Suche nach einem Ersatz machen.

Reinigen der Gewindeteile mit einem Gewindeschneider

Ein weitere Schritt ist das Reinigen der Teile der Gewindestange. Es steht am Ende nur ein rund 15mm langer Stummel der neuen Schraube aus dem Rahmen und man muss die untere lange Mutter darüberführen. Besonders in diesen Muttern klebt der Kleister. Das geht besser wenn hier nichts klebt. Das Geht man besten mit einem Gewindeschneider.

Im Bild unten die neue Schraube eingesetzt nach dem Absenken der Bank in die Schiene. Sie „liegt“ dabei unten in der Schiene, man kann sie noch rund einen weiteren Zentimeter hochziehen

Absenken der Bank

Block zum Durchführen der Arretierschraube in den Rahmen

Das Absenken der Sitzbank ist ein blödes Spiel, denn man muss die neuen Schrauben irgendwie senkrecht halten, sodass sie sich in die Führung durch den Rahmen einfädeln, wenn man die Bank senkt. Natürlich kann sich ein der beiden oder alle zwei dabei verkeilen, dann muss man wieder von Anfang beginnen. Im Bild rechts sieht man den Kunststoffblock wie das Gewinde hinein muss von unten. Die Gewinde muss in das mittlere Loch, an den Seiten sitzen Schrauben.

Neue Schraube eingesetzt

Wieder eingesetztes Arretiergestänge

Wiederaufbau des Gestänges

Danach baut man wieder das Gestänge darüber auf. Man setzt am Besten zuerst eine Langmutter auf und schraubt so lange, bis ca. 5mm vertikales Spiel bleiben. Anschliessend nimmt man die lange Gewindestange und schraubt die andere lange Mutter zur Gänze an ein Ende auf, anders bekommt man die Stange samt Mutter nicht durch die Löcher im Rahmen.

Sitzt die Stange lose im Rahmen, sollte oben nun 5 bis 10mm Spiel bleiben. Das Gewinde des Hebels ist nicht besonders lang, es ragt nur rund 8mm in die Langmutter hinein.

Nachdem alles wieder eingesetzt ist, kann man die Bank wieder ein ein der beiden zulässigen Fahrpositionen schieben, den Hebel ggf. noch mal in der Höhe justieren und bedenkenlos anziehen, man braucht sich nicht mehr um die Ausrichtung der „T“-Schraube kümmern!

Da das Gestänge im Normalbetrieb immer angezogen ist und man nicht mehr nach der Ausrichtung der Schraube suchen muss, sollten sich die Gewindeteile auch nicht mehr verdrehen und dadurch die Länge nicht mehr passen. Eventuell kann man nach einiger Zeit die Gewindestangen in den Langmuttern markieren und trotzdem wieder schraubenbremseden Kleber einfügen.

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