Webasto Airtop 2000 ST Diesel-Standheizung

Thema: vom Lieferwagen zum Camper.


Gas vs. Diesel zum Heizen

Parallel zum Einbau der Zweitbatterie erfolgt die Suche nach einer Standheizung, das war die Lehre aus einem Island-Urlaub und anderen Ausflügen in der Nebensaison. Ich mag keine Gasflaschen transportieren, die Gründe sind vielfältig: enormer Platzverbrauch samt Ersatzflasche, unterschiedliche Flaschen- und Drucksysteme in den Ländern, Gefahr. Man hat sowieso immer einen günstigen Brennstoff mit: Diesel!

Dieselstandheizung

Diesestandheizungen sind relativ einfach zu verbauen, klein, leistungsstark und arbeiten temperaturunabhängig, also auch unter -20°, wo halbleere Gasflaschen eventuell nichts mehr hergeben. Mit den 2000W ist ein Camper in 15 Minuten warm.

Aber sie haben auch Nachteile:

  • Es gibt einen Eingriff ins Dieselleitungssystem und Löcher in den Fahrzeugboden. Gasheizungen brauchen dafür Löcher in der Aussenwand (heisse Abgase nach oben).
  • Es wird Diesel verbrannt, das stinkt zwangsweise. Der Einsatz am Campingplatz mit Zeltnachbarn ist eher nicht möglich, besonders in der Zwischensaison mit stehenden Kaltluftseen. Beim Anheizen ist der Gestank intensiver, da sollte man selber nicht sinnlos Fenster oder Türen öffnen.
  • Der Stromverbrauch ist mit 15-30W nicht zu unterschätzen. Aber moderne Dieselheizungen schalten unter einem gewissen Schwellwert nicht mehr an (mir scheint 11V bei Webasto). Langes Durchheizen ist aufgrund der starken Überkapazität kein Thema.
  • Der Lärm des Gebläses: Man kann es abmindern, indem man starke Krümmungen in der Luftzu- und -ableitung vermeidet, aber die kleine Brennkammer muss gekühlt werden und das geht nur mit einem starken Luftdurchsatz. Die Dieselpumpe “tackert” auch nicht ganz leise, aber das ist Gewöhnungssache.
  • Für kleine Camper ist die Heizung zu stark, ein Dauerbetreib ist aber wegen dem Gebläselärm und der nicht optimalen Temperaturregelung ohnehin nicht möglich. Man schläft nicht bei laufender Heizung.
  • Es gibt einen externen Temperaturfühler und einen Thermostat, aber beides klappt nicht wirklich im kleinen Raum eines Campers. Faktisch schaltet man ein oder aus.
  • Die Airtop 2000 ST ist ein Luftheizung, sie produziert sprichwörtlich heisse Luft. Das ist keine strahlende Wärme eines Heizkörpers. Eine Gasheizung ist dies aber ebenso wenig, ein Elektrokonvektor auch nicht. Lediglich elektrische Ölradiatoren können das, diese brauchen aber zwingend einen Netzstromanschluss.

Folgende Optionen kann man nützen:

  • Fernsteuerung und Timer. Erfordert aber eine eigene teure Steuerung und einen anderen Kabelbaum.
  • Gebläse alleine ohne Heizung. Das habe ich umgesetzt, ist aber nicht effektiv um im Sommer den Wagen zu kühlen.

Einbaustandort der Dieselheizung

Grundsätzlich geht innen oder aussen unter dem Fahrzeugboden:

  • Innen muss man mit Brennluftzufuhr und Abgase (je ca. 3cm Durchmesser) sowie mit Strom für die Pumpe und einer dünnen Dieselleitung durch den Fahrzeugboden.
  • Bei der Aussenmontage muss man mit 2x rund 8cm Durchmesser für die Zu- und Abfuhr der Heizluft durch den Boden, zudem mit einem dickeren Stromkabelbündel zur Steuerung. Es braucht eine L-förmige und starke Halterung. Da das Gehäuse nur angeklippt ist, braucht es aussen zudem zwingend ein Metallgehäuse, das schützen aber nicht voll isolieren darf. Trotzdem hat man bei der Aussenmontage Themperaturverluste. Man erspart sich auch keinen Lärm weil die Heizluftrohre ja ins Innere gehen müssen.

Man sollte beachten, dass man die frische Heizluft nicht zu nahe am Ausgang der warmen Heizluft ansaugt. Aber man sollte auch nicht die frische Heizluft von aussen oder aus einem Bereich des Fahrzeugs holen, der nicht mitgeheizt werden soll. Beides ist höchstgradig ineffizient aber im kleinen Raum eines Campers nicht einfach zu optimieren.

Die Standheizung hat nur ein Gebläse für die Heizluft, die “Brennluft” zirkuliert aber passiv. Dass heisst, dass die Rohre für frische Brennluft und Abgase immer frei sein müssen (sonst Fehlermeldung und es bleibt kalt). Beide gehen bei einer Bodenmontage nach unten, das ist etwas widersinnig, weil die heissen Abgase nach unten müssen, aber es klappt. Es geht auch eine liegende Montage (Brennluft und Abgase zur Seite), aber das ist innenliegend nicht gut realisierbar.

Eine zusätzliche Einbauvorschrift für innen ist das Verbauen an einem planen Blechteil dessen andere Seite direkt nach aussen weist. Plan weil man nur so gut gegen Abgase abdichten kann, nach aussen weil dort der Auspuff angeschlossen werden muss, ebenso kommt hier ein Zuluftrohr dran, das möglichst wenig Abgase einsaugen sollte. Fix und starr hinaus geht auch der Dieselanschluss.

Webasto schlägt als Einbaustandort unter dem Beifahrersitz vor. Das ist in der Tat eine ebene Stelle mit viel Raum oben und unten. Aber wie bekommt man von dort heisse Luft nach hinten? Man müsste den 8cm-Durchmesser-Schlauch sehr weit führen. Ich habe mich für einen Einbauort fahrerseitig aussen, hinter meiner Zweitbatterie entschieden: oben im Innenraum der Brenner, darunter der Auspuff und die Anschlüsse. Das Bohren der grossen Löcher ist kein Honiglecken. Ich hatte keinen passenden Kernbohrer (echte Metallbohrer sind in diesen Durchmessern unbezahlbar). Also habe ich lauter 10mm-Löcher gemach und den Rest mit der Sticksäge “ausgenagt”, eine definitiv ungute Lösung. Besser das passende Gerät beschaffen!

Die Stelle entspricht nicht ganz den Voraussetzungen, denn sie ist nicht eben. Ich habe alles mit einen dicken Patzen Teroson abgedichtet. Am Ende zieht man mit den vier Schrauben diese gewölbte Bodenplatte ohne hin flach... Im Bild an der Anschlussstelle: Auspuff (Metall). dünne Dieselzufuhr (Metall). Frischluftzufuhr für den Brenner (Kunststoff), hier noch mit der Stromversorgung der Dieselpumpe, diese geht später durch das Gewinde der Gepäcksschraube rechts, die ohnehin durch die Heizung verdeckt wird.

Ich habe alles mit einen dicken Patzen Teroson abgedichtet. Im Bild an der Anschlussstelle: Auspuff (Metall). dünne Dieselzufuhr (Metall). Frischluftzufuhr für den Brenner (Kunststoff), hier noch mit der Stromversorgung der Dieselpumpe, diese geht später durch das Gewinde der Gepäcksschraube rechts, die ohnehin durch die Heizung verdeckt wird.

Einziger Haken der Stelle: hier ist der Boden nicht eben, sondern gerippt, hier mit einer “Beule”. Ich habe trotzdem hier angesetzt und viel Teroson Dichmasse eingesetzt. Der Brenner hat unten neben den Anschlüssen vier herausragende Gewindestangen über die man von der Gegenseite (also Unterseite) mit Muttern das Heizelement gegen das Blech zieht. Beim anziehen der Muttern ist mir aufgefallen, dass das Blech weich ist und sich die eine störende Rippe hier einfach unter dem Druck verflacht hat! Teroson ist nicht ausreichend Hitzebeständig, aber es tut jedenfalls seit 6 Jahren seinen Dienst.

Die Bolzen rechts halten die Zweitbatterie in einem Hohlraum unter der Karrosserie. Der Kabelbaum der Standheizung ist hier noch nicht angeschlossen, geht aber hinten gegen die Aussenwand auf der Höhe der Aufschrift «Webasto» hinaus.

Die Bolzen rechts halten die Zweitbatterie in einem Hohlraum unter der Karrosserie. Der Kabelbaum der Standheizung ist hier noch nicht angeschlossen, geht aber hinten gegen die Aussenwand auf der Höhe der Aufschrift «Webasto» hinaus.

Ich hatte die Standheizung gebraucht von einem Schiffsausbauer gekauft, es handelte sich somit im die Marine-Version von Webasto. Neben einem wesentlich längeren Kabelbaum, sehr langem Dieselschlauch, eine am Plastiktank nicht verwendbare Tanksonde und anderes Material gab, es auch einen länglichen Auspuff dazu. Der normale Auspuff ist rechteckig und wesentlich kleiner. Hier bereitet mir das alles Ärger weil es im Auspfuffverlauf keine Senken (Syphon wo Kondenswasser stauen kann) geben soll, ausserdem sollte die Öffnung nach unten gehen.

Das war auf dem kleinen Raum nicht zu bewerkstelligen. Ich habe also diese Schlinge eingebaut, mit der Idee, dass ich gegebenenfalls ein Loch unten machen müsste. Aber nach sechs Jahren Betrieb hat es keine Probleme gegeben, Kondenswasser kann sich nur bilden, wenn der Auspuff kalt bleibt und die Luftfeuchtigkeit extrem hoch ist. Wenn man aber den Brenner mindestens 15 Minuten betreibt, heizt der Auspuff automatisch ausreichend auf. Anders kann hier kaum Wasser ins System kommen.

Der Auspuff ist übrigens Pflicht, er unterdruckt keinen Lärm, aber er sorgt für einen regelmässigen Luftfluss im Brenner. Die Einbaurichtung aller Webasto-Auspuffe ist egal.

Der Auspuff macht hier eine vertikale Schlinge und es kann somit zu Kondenswasserstau kommen. Nach nun fünf Winterperioden, inklusive zwei Wochen Norwegen im März, konnten keine Probleme festgestellt werden. silber: Auspuff (Richtung egal). schwarz: Frischluftzufuhr für den Brenner. grauer Kabelschlauch dazwischen: die Dieselzufuhr. grauer Kabelschlauch rechts: Strom für die Dieselpumpe. Die Kabelschläuche laufen zusammen hinter den Tank, getrennt über den Tank (durch je zwei ausreichend grosse Löcher in den Querträgern, die Kabelstrang der Handbremse läuft durch die mittleren Löcher), anschliessend wieder zusammen vor dem Tank auf die rechte Seite am rechten Träger entlang bis zur Pumpe und zur Anschlussstelle.

Silber/Metall: Auspuff (Richtung egal). schwarz: Frischluftzufuhr für den Brenner, führt weiter weg vom Auspuff. Grauer Kabelschlauch dazwischen: die Dieselzufuhr. Grauer Kabelschlauch rechts: Strom für die Dieselpumpe. Die Kabelschläuche laufen zusammen hinter den Tank, getrennt über den Tank (durch je zwei ausreichend grosse Löcher in den Querträgern, die Kabelstrang der Handbremse läuft durch die mittleren Löcher), anschliessend wieder zusammen vor dem Tank auf die rechte Seite am rechten Träger entlang bis zur Pumpe und zur Anschlussstelle.

Dieselanschluss der Standheizung

Auch wenn manche Standheizungen mit einer Tanksonde geliefert werden, man soll nie einen Treibstofftank aus Kunststoff anbohren und hier Sonden einsetzen! Das gilt auch wenn man den Tank ausbaut und meint nichts anzubohren oder zu beschädigen. Das Problem: so ein schwarzer Kunststofftank bläht sich im vollen Zustand auf, unter Umständen auch bei grosser Hitze. Umgekehrt kann er sich zusammenziehen. Dabei geht es um bis zu 8cm. Das heisst, dass man nie die starre Sonde konstant an den Boden bekommen wird, ausser man baut sie in die schwimmende Treistoffzapfsäule ein. Ein weiter Nachteil: man holt sich so ungefilterten Treibstoff vom Tankboden. Webasto liefert zwar einen kleinen Filter für den Verlauf zur Webasto-Treibstoffpumpe, aber will man wirklich riskieren, dass dieser voll wird und man ohne Heizung dasteht?

Die Pumpe kommt ohne weiters Gehäuse unter den Fahrzeugboden. Die Polarität des Anschlusses ist egal und auch nicht gekennzeichnet. Achtung, die Metallkontakte erst ganz am Ende in die Plastikstecker einführen, man kommt sie kaum zerstörungsfrei wieder heraus.

Ansicht vor dem Einbau: die Pumpe kommt ohne weiters Gehäuse unter den Fahrzeugboden. Die Polarität des Anschlusses ist egal und auch nicht gekennzeichnet. Achtung, die Metallkontakte erst ganz am Ende in die Plastikstecker einführen, man bekommt sie kaum zerstörungsfrei wieder heraus.

Es geht viel einfacher: ein T-Stück in die Dieselrückfuhr einsetzen und dort den Treibstoff absaugen. Webasto empfiehlt es so für den Renault Trafic und viele andere Fahrzeuge mit Common-Rail-System. Diese Leitungen laufen unter dem Fahrzeugboden vom Tank nach vorne zum Motorraum. Es gibt eine Dieselzufuhr und einen Dieselrücklauf:

Grün (dicker) ist die Zufuhr zur Dieselpumpe des Motors, Rot die Rückfuhr (dünner), diese Rückfuhr wird für die Standheizung angezapft.

Grün (dicker) ist die Zufuhr zur Dieselpumpe des Motors, Rot die Rückfuhr (dünner), diese Rückfuhr wird für die Standheizung angezapft.

Man nimmt die Rückfuhr, weil hier bei laufenden Motor der Diesel nicht unter Druck ist, und im Rücklauf immer genug Diesel ist. Bei abgestellten Motor ist die Webasto-Pumpe auch stark genug um den Treibstoff über den ganzen Verlauf Dieselpumpe-Zufuhr-Dieselfilter-Rücklauf hindurch zu ziehen.

Wie man am Bild oben sieht, handelt es bei den Dieselleitungen um Kunststoffschläuche, die mittels Hitze verformt werden können und beim Abkühlen auch leicht schrumpfen. Ein Problem, das ich hatte: ich konnte nicht herausfinden, welchen Innendurchmesser diese Schläuche haben, somit war nicht klar, welches T-Stück ich brauche (bei dem Modell sind je nach Serie und Jahrgang ganz unterschiedliche Schläuche verbaut). Ausserdem war mir nicht klar wo ich solche Teile finden kann, die langfristig im Diesel baden können. Und dann gibt es noch den unguten Job, unter dem Auto zu liegen und sich nach dem Schnitt in den Schlauch den Diesel auf den Kopf tropfen zu lassen.

Also habe ich den heimischen Bosch-Dienst gefunden, der früher Webasto verbaute und noch Material und Erfahrung hatte. Ich baute die Pumpe an die richtige Stelle und die Bosch-Werkstatt hat nur das T-Stück eingesetzt. Zudem bekam ich ein paar Meter Heizluftschläuche, alles zusammen um EUR40, echt okay.

Das einzusetzende T-Stüch (5-6mm Aussendurchmesser) sieht man zwischen den zwei glänzenden Schellen. Die Verzweigung erfolgt an der Dieselrückfuhrleitung! Die Pumpe wird mit einer mitgelieferten gummierten Schelle montiert, an der Stelle gibt es ein Loch im Holm, aber keine Blindmutter o. ä. dahinter.

Das einzusetzende T-Stück (5-6mm Aussendurchmesser) sieht man zwischen den zwei glänzenden Schellen. Die Verzweigung erfolgt an der Dieselrückfuhrleitung! Die Pumpe wird mit einer mitgelieferten gummierten Schelle montiert, an der Stelle gibt es ein Loch im Holm. Ganz rechts die Dieselleitung zum Brenner und die Stromzufuhr in Kabelschläuchen.

Kabelbaum, Temperatursensor und Steuerung

Nachdem die groben Teile verbaut sind, bleiben elektrische Anschlüsse. Es gibt im wesentlichen diese drei:

  • Zwei-poliger Anschluss der Webasto-Dieselpumpe. Die Polarität ist dabei egal.
  • 4 bis 8 Kabel in einem oder mehreren Steckern am Brenner
    • 4 sind für die Steuerung.
    • 2 optionale für den Temperatursensor. Stattdessen kann auch ein fixer Widerstand direkt am Brenner eingesetzt sein.
    • 2 optionale für Testzwecke (von Webasto nicht dokumentiert).
  • 2 dicke für den Stromanschluss 12V
Oben links der 4-polige Stecker zum Steuergerät. Oben rechts der Temperatursensor ohne dem das Gerät nicht geht (ausser man schliesst einen passenden Widerstand an, aber dies ist nirgends dokumentiert. Da ich die Montage im Hochsommer machte, steckte ich das Teil in einen Plastiksack und diesen in ein Glas mit Eiswürfel um die Heizung testweise starten zu können... Darunter die dünnen Steckverbindungen für den Temperatursensor. Hierfür gibt es auch einen Kunststoffstecker. Polarität egal. Links unten Stecker für Testzwecke, undokumentiert.

Oben links der 4-polige eckige Stecker geht zum Steuergerät. Oben rechts der Temperatursensor. Darunter die dünnen Steckverbindungen für den Temperatursensor. Hierfür gibt es auch einen Kunststoffstecker, die Polarität ist egal. Links unten Stecker für Testzwecke.

Den 12V-Anschluss sollte man möglichst direkt an die Zweitbatterie machen. Eine passende Flachsicherung samt Halterung wird normalerweise mitgeliefert.

Es gibt ein einfaches Steuergerät mit einem Drehknopf, der als Thermostatknopf wirken sollte, es klappt aber in dem kleinen Raum des Campers nicht gut, der Sensor reagiert zu langsam, da verkocht oder erfriert man in der Zwischenzeit. Zusätzlich gibt es bei manchen Versionen am Steuergerät eine Möglichkeit einen Kontaktschalter zuzuschalten, der den Brenner deaktiviert und nur das Gebläse laufen lässt. Das teurere Steuergerät wäre programmierbar.

Unten in der Mitte der Drehknopf der Webasto-Steuerung und der Gebläse-Schalter.

Unten in der Mitte der Drehknopf der Webasto-Steuerung und der Gebläse-Schalter.

Da ich die Montage im Hochsommer machte, keinen Widerstand hatte und den Wert des Widerstand bis heute nicht kenne (ist nicht dokumentiert), steckte ich den Temperatursensor in einem Plastiksack und diesen in ein Glas mit Eiswürfel um die Heizung zum Test starten zu können…

Standheizung gebraucht kaufen

Neu kostet eine Webasto-Standheizung samt Zubehör im Jahr 2017 unter EUR1000. 2010 waren die Geräte noch teurer, da war mein Gebrauchtkauf zu EUR600 günstig. Seit rund 2015 gibt es auch chinesische Nachbauten, die angeblich auch gut funktionieren.

Beim Kauf gebraucht gibt es zwei mögliche Probleme:

  • Der Brenner kann kaputt oder beschädigt sein. Es handelt sich dabei um einen Verschleissteil. Dafür braucht es aber sehr viele Einsatzstunden und das sollte man dem Gerät auf Photos ansehen.
  • Wesentlich häufiger sind fehlende Teile für den Betrieb, der Brenner alleine reicht nämlich nicht. Zwingend von Webasto müssen auch die Steuerung, die Pumpe und der Auspuff sein, den Rest kann man sich zusammensuchen, auch wenn es nicht lustig ist.

Hier eine Liste der Dinge die man zwingend braucht:

  • Webasto-Brenner: das ist ein grau-schwarzes Gehäuse mit 2 grossen Öffnungen für die Heizluft und nach unten Anschüsse für Abgas, etc. An die Bodenplatte gehört eine passende und hitzebeständige Gummimatte. Es gibt im inneren proprietäre Steckplätze für
    • Pumpe, 2-polig, Polarität egal.
    • ein Mehrfach-Stecker mit Kabel für die Steuerung.
    • ein Steckplatz für Temperatursensor oder Widerstand, beides Webasto-spezifisch.
  • Webasto-Pumpe: mit proprietären Stecker für den Strom vom Brenner, 2-polig, Polarität egal. Zusätzlich Dieselzufuhr und Dieselausstoss in Richtung Brenner.
  • Gummimuffe zur gedämpften Halterung der Dieselpumpe.
  • Webasto-Auspuff samt fix verbundenen flexiblen Schlauch aus Edelstahl (jedenfalls bei der Marine-Version): wird direkt an dem Abgasausgang angeschlossen und mit Edelstahl-Schelle gehalten. Der Schlauch ist kürzbar (mühsam da widerborstiges Blech). Unten an den Brenner gehört neben dem Auspuff noch ein Schlauch für die Luftzufuhr zum Brenner, der ist aus Blech/Karton, nicht ganz optimal unterm Auto.
  • Webasto-Steuerung: in der einfachen Fassung ein Kästchen mit Drehpotentiometer.
  • Webasto-Themperatursensor: ein variabler Widerstand am Ende eines Kabels, das ursprünglich direkt am Brenner angeschlossen ist, oder über den Kabelbaum verlängert wird.
  • ein Webasto-Kabelbaum, der den Brenner mit der Steuerung verbindet. Verlängerungen gibt es für Themperatursensor und Gebläseschalter. An beiden Enden des Kabelbaums befinden sich Webasto-spezifische Stecker.
  • Dieselleitung zwischen Brenner, Pumpe und Verbindung zum T-Stück an der Dieselleitung des Fahrzeugs. Die Dieselleitung hat ungefähr einen Aussendurchmesser von 6mm. Die Verbindungen erfolgen über dickere, mit Gewebenetz verstärkten Schlauchstücke, die streng über den Dieselschlauch und die Anschlüsse passen. Darüber je zwei passende Schlauchschellen aus Edelstahl. Es braucht mindestens vier Schlauchstücke und acht Schellen. Der Treibstoff steht in der Leitung teilweise unter Druck.
  • Kabel für die Stromversorgung der Pumpe, Polarität egal.
  • stärkeres Kabel für 12V-Stromversorgung des Brenners mit Sicherung.
  • Kabelbinder und Kabelschläuche zum Fixieren der Teile und Leitungen unter dem Fahrzeugboden.
  • Metallbänder oder entsprechende Schellen zum Halten des Auspuffs.

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