Schleimlösende Medikamente und ihre triviale Umwegwirkung

Ich bin schon seit der Kindheit mit allen möglichen HNO-Problemen konfrontiert und wenn die Nase stark verstopft ist, dann steigt bei mir die Möglichkeit einer Nebenhöhlenentzündung. Das heisst: Nase frei halten und bei längeren Schnupfen schleimlösende Medikamente verwenden, die Ärzte haben sie mir auch jahrelang brav verschrieben.

Wasser löst Sekrete

Älter werdend und mache Sachen hinterfragend, merkte ich, dass die schleimlösende Pulver oder Tabletten nicht unbedingt eine Wirkung zeigten. Der Schnupfen konnte bleiben oder auch gehen, schwerere Erkrankungen im HNO-Bereich waren die Folge oder eben auch nicht. In einer ruhigen Minute beim Arzt (kommt leider nicht so oft vor), erkläre ich meinem Hausarzt meine Zweifel bezüglich der Medikamente, die er mir gerade verschrieben hatte. Darauf setzt er ein erstes Lächeln auf und fragt mich, ob mir aufgefallen sei, dass der Grossteil dieser Medikamente als Brause-Pulver und Brause-Tabletten verkauft werden. Ein Produkt wird als Tabletten zum Schlucken verkauft (Sinupret), aber davon muss man recht viele nehmen und im Beipackzettel steht auch mit viel Wasser einnehmen. Auch die Brausepulver brauchen, um eingenommen zu werden viel Wasser.

Die Antwort ist also ganz einfach: schleimlösende Medikamente wirken hauptsächlich über die Flüssigkeit, die man damit aufnimmt. Es gibt kein Medikament, das von sich aus Schleim verflüssigt und abführt, ohne dass man selber was dazu tun muss. Es geht schlicht und einfach um das Trinken!

Aus rechtlichen Gründen kann man nicht sagen, dass schleimlösende Medikamente wirkungslos sind. Aber sprich einmal ernsthaft deinen Arzt darauf an!


Schädelröntgen frontal mit Sekretspiegel in den Nasennebenhöhlen und entzündetes Siebbein. Das Bildmaterial dieser Seite zeigt den Autor. Erstellt wurde es im Diagnosezentrum Dr. Andreas Oberhauser in Innsbruck.

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