Blutwerte und Harnwerte erklärt

Bei Gesundenuntersuchungen und auch zu gewissen Anlässen werden Blutbilder und Harnbefunde gemacht, die der Arzt als lange Liste mit Abkürzungen erhält. In Österreich kann diese Liste dem Patienten ausgehändigt werden, sie landet aber zum Beispiel nicht in ELGA. Jedenfalls ist man mit der Liste meist alleine. Ich versuche hier diese Listen zu erklären. Als Quelle dienen einige persönliche so genannte grosse Blutbilder, darunter auch einige mit Ergänzungen zu spezifischen Muskelentzündungen, Virusstämmen und Rheumafaktoren. Dokument in Arbeit.

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w:_[WERT]“.

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n:_[WERT]“.

Letztes Update 24. März 2016

Alle Normwerte gelten für normalgewichtige Erwachsene. Bei Unterscheidung zwischen den Geschlechtern oder nach Alter wird diese angegeben. Die Werte sind dem Organ zugeordnet, welches diesen Wert primär reguliert. Werte in ROT sind im Blutbild zu finden, werte in GRÜN im Harntest, Wert in BRAUN im Stuhl. Mit * markierte Werte sind nicht Teil des standardmässigen Grossen Blutbilds. Sie werden spezifisch bei Verdachtsfällen erhoben. Mit ** markierte Werte befanden sich nicht in meinen Blutbildern. Mit *** markierte Werte befinden sich in älteren Blutbildern (vor 2010).

Die Werte sind dem Organ zugeordnet welches diesen Wert primär steuert. Diese Zuordnung ist nicht immer eindeutig und wenn hier jemand Fehler findet, bitte ich um korrigierende Hinweise.

Wichtig: Viele Werte sind alleine nicht aussagekräftig. Hier kann nicht auf alle nötigen Verbindungen eingegangen werden. Die Interpretation der Ergebnisse sollte immer durch einen Arzt erfolgen, da die Werte stark von der Messmethode abhängen können. Ich bin definitiv kein Arzt.

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

  • n: Blutzucker, n: Glucose, n: Nüchternblutzucker
    • w: BZ, w: NBZ <100ml/dl oder <5.6mmol/l nüchtern
    • Der Nüchternblutzucker ist ein zentraler Blutwert zur Diagnose von Diabetes mellitus und zur Kontrolle des Zuckerstoffwechsels. Schwer zu messender Parameter, auch bei einer Messung vor dem Frühstück hohe Werte liefern kann wenn am Vorabend zum Beispiel kohlehaltige Speisen gegessen wurden.
      • Prädiabetes (Verdacht): Werte zwischen 100 und 125 mg/dl (5.6 bis 6.9 mmol/l) können auf eine Vorstufe von Diabetes hindeuten.
      • Diabetes-Verdacht: Ein Wert ab 126 mg/dl (7.0 mmol/l) gilt als Kriterium für die Diagnose eines Diabetes mellitus, sofern dieser in einer Folgemessung bestätigt wird.
  • Blutzucker nach dem Essen, n: Glucose postprandial *
    • w: PP, pp <140ml/dl
    • Wird zwei Stunden nach dem Essen gemessen. Der Wert wird durch die Art der Mahlzeit (Kohlenhydrate), körperliche Aktivität und Insulin beeinflusst. Er wird bei der Arbeitsmedizin oder bei der Stellung zum Bundesheer erfasst weil die Leute nicht nüchtern kommen können.
      • Ein dauerhaft erhöhter Wert (Hyperglykämie) ist ein Hinweis auf Diabetes.
  • n: Lipase
    • w: LIP <64ml/dl
    • Der Lipase-Wert im Blut ist ein wichtiger Marker für die Bauchspeicheldrüsenfunktion
    • Schwer zu messender Parameter, auch bei einer Messung vor dem Frühstück hohe Werte liefern kann wenn am Vorabend zum Beispiel kohlehaltige Speisen gegessen wurden.
      • Erhöhte Werte: Eventuell akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Auch Nierenschwäche oder chronischer Alkoholkonsum können die Werte erhöhen.
  • n: Freies Trijodthyronin, n: Trijodthyronin
    • w: FT3 2.4-6pmol/l
    • Aktive Schilddrüsenhormon, welches den Stoffwechsel steuert.  FT3 ist das biologisch aktive Hormon. Die Messung erfolgt meist zusammen mit TSH und FT4 zur Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen.
      • Erhöhte Werte: Eventuell Schilddrüsenautonomie oder eine Schilddrüsenentzündung.
      • Erniedrigter Wert: Eventuell Unterfunktion oder gestörte Umwandlung von T4 zu T3.
  • n: Trijodthyronin gesamt
    • w: T3, w: TTR 0.9-1.8ng/ml
    • Ist die am Protein gebundene Form von FT3 und schwerer messbar.
  • n: Freies Thyroxin, n: Thyroxin 
    • w: FT4 0.8-1.8ng/dl
    • Dieser Wert ist entscheidend, um eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse zu diagnostizieren. Freies Thyroxin bildet der sensitivere Wert, da nur dieses im Körper wirksam ist.
  • n: Thyroxin gesamt
    • w: T4, w: TT4 9.01-19.05pmol/l
    • Ist die am Protein gebundene Form von FT4 und schwerer messbar.
  • n: Thyreoidea-stimulierendes Hormon
    • w: TSH 0.35-3.8mU/l
    • Dient als wichtigster Indikator für die Schilddrüsenfunktion.
      • Erhöhte Werte: Eventuell Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
      • Erniedrigter Wert: Eventuell Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • n: Prostataspezifisches Antigen *
    • w: PSA Bis 39 Jahre <1ng/ml, 40-49 Jahre <2.5ng/ml, 50-59 Jahre <3.5ng/ml, 60-69 Jahre <5.5ng/ml, 70-79 Jahre <6.5ng/ml
    •  Blutwert zur Früherkennung von Prostatakrebs, Tumormarker.
      •  Erhöhte Werte bedeuten nicht zwingend Krebs, sondern können auch durch gutartige Vergrösserungen oder Entzündungen verursacht werden. Der Arzt entscheidet je nach Länge und Höhe der Werte über eine erste Biopsie. Wenn trotz erhöhter PSA-Werte oder verdächtiger Befunde eine erste Biopsie keinen Tumorbefund ergab, erfolgt eine so genannte Rebiopsie der Prostata, also eine erneute Gewebeentnahme. Sie dient der Absicherung, oft mittels moderner MRT-Fusionsbiopsie, um zuvor übersehene Areale gezielt zu untersuchen.
  • n: Amylase, n: Pankreas-Amylase *
    • w: AMY, w: PAMY, w: P-AMY 28-100U/l
    • Der Amylase-Wert im Blut (Serum) dient hauptsächlich dazu, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder Speicheldrüsen zu diagnostizieren.
      • Erhöhte Werte (grösser als drei Mal der Normwert): Hauptindikator für eine akute Pankreatitis, aber auch andere Erkrankungen.
      • Erniedrigter Wert: eventuell Chronische Bauchspeicheldrüsenschäden, Mukoviszidose oder Pankreaskrebs.

Schilddrüse, Glandulae

  • n: Procalcitonin
    • w: PCT <0.5µg/l
    • Spezifischer Entzündungsmarker im Blut, der primär zur Diagnose schwerer bakterieller Infektionen und Sepsis dient. Anders als das CRP (C-reaktives Protein) steigt PCT kaum bei viralen Infekten an, was es zu einem guten Unterscheidungsmerkmal macht. Wird besonders häufig auf Intensivstationen und in Notaufnahmen zur Kontrolle des Infektionsverlaufs getestet.
      • Erhöhte Werte: schwere Entzündung.
      • Erniedrigte Werte: keine bakterielle Infektion.

Nieren

  • n: Harnstoff
    • w: HST, w: Urea 18-55mg/dl
    • Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion.
      • Erhöhte Werte (Hyperurikämie): Können auf eine Nierenfunktionsstörung, eiweissreiche Ernährung, Dehydration (Flüssigkeitsmangel) oder Herzschwäche hindeuten.
      • Erniedrigte Werte: Sind selten, können aber auf Leberschäden oder Mangelernährung hinweisen.
  • n: Kreatinin, n: Creatinin Isotope Dilution Mass Spectrometry
    • w: KR, w: Krea, w: Cr Frauen 0.5-1.0mg/dl, Männer 0.6-1.3mg/dl
    • Kreatinin ist ein Abfallprodukt, das im Rahmen des Muskelstoffwechsels entsteht und wird über die Nieren ausgeschieden. Beim Kreatinin IDMS handelt es sich nicht um einen neuen Laborwert, sondern um eine standardisierte Messmethode, die für präzisere Ergebnisse in Ihrem Blutbild sorgt. Das Kürzel steht für Isotopenverdünnungs-Massenspektrometrie.
      • Erhöhtes Werte: (Hyperkreatininämie): Ein zu hoher Wert deutet darauf hin, dass die Nieren das Kreatinin nicht mehr ausreichend filtern können, was auf eine Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) hinweisen kann.
      • Erniedrigte Werte: Kann auf eine geringe Muskelmasse, Lebererkrankungen oder eine sehr geringe Proteinzufuhr hindeuten
  • n: Glomeruläre Filtrationsrate
    • w: GFR, w: eGFR, w: MDRD >90ml/min/1.73m²
    • Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Er misst, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern.
    • Der Wert eGFR ist eine Schätzung, die die dem Kreatininwert im Blut basiert.
      • Ein niedriger GFR-Wert bedeutet, dass Schadstoffe schlechter aus dem Blut gefiltert werden, was zu Symptomen wie Müdigkeit oder Wassereinlagerungen führen kann.
      • Ein Wert unter 60ml/min/1.73m² deutet auf eine Einschränkung der Niere hin.
  • n: Natrium
    • w: NA 135-148mmol/l
    • Wesentlich für Nervenimpulse, Muskelkontraktion, Blutdruck und den Wasserhaushalt. Die primäre Regulation des Natriumhaushalts im menschlichen Körper erfolgt über die Nieren. Sie kontrollieren die Natriumkonzentration, indem sie überschüssiges Natrium über den Urin ausscheiden oder es bei Bedarf zurückhalten.
      • Zu niedriger Wert (Hyponatriämie): Symptome können Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Übelkeit sein.
      • Zu hoher Wert (Hypernatriämie): Symptome sind oft Durst, trockene Schleimhäute oder Verwirrtheit.
  • n: Kalium
    • w: KA 3.6-5.6mmol/l
    • Kalium ist essenziell für Herz-, Muskel- und Nervenfunktionen.
      • Erhöhter Wert: kann durch Nierenschwäche, Medikamente (z. B. ACE-Hemmer, Entwässerungsmittel) entstehen.
      • Erniedrigter Wert: entsteht oft durch Flüssigkeitsverlust (Erbrechen, Durchfall, Medikamente).
  • n: Calcium
    • w: CA 2.2-2.6mmol/l oder 8.8-10.8mg/dl
    • Calcium wird über den Darm aufgenommen, in den Knochen gespeichert und über die Nieren regulierend ausgeschieden. Die Bauchspeicheldrüse greift auch in den Calcium-Haushalt ein. Es ist essenziell für Knochen, Muskeln und Nerven.
      • Erhöhter Wert (Hyperkalzämie): Kann auf Erkrankungen der Nebenschilddrüse, Knochenmetastasen, Vitamin-D-Überdosierung oder Sarkoidose hindeuten.
      • Erniedrigter Wert (Hypokalzämie): Kann durch Vitamin-D-Mangel, Nierenerkrankungen oder Magnesiummangel entstehen.
  • n: Magnesium
    • w: MG 2.2-2.6mmol/l oder 8.8-10.8mg/dl
    • Magnesium wird über den Darm aufgenommen, in den Knochen gespeichert und über die Nieren regulierend ausgeschieden. Es ist essenziell für Knochen, Muskeln und Nerven.
      • Erhöhter Wert: Mögliche Anzeichen für Nierenfunktionsstörungen oder Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln.
      • Erniedrigter Wert: Mögliche Symptome sind Muskelkrämpfe, Lidzucken, Müdigkeit oder Herzrhythmusstörungen. Ursachen können Ernährungsmangel, Diabetes oder Diuretika sein.
  • n: Chlorid
    • w: CL 98-110mmol/l
    • Chlorid ist ein wichtiges Elektrolyt, das den Säure-Basen-Haushalt und Wasserhaushalt reguliert.
      • Erhöhter Wert (Hyperchlorämie): Mögliche Ursachen: Niereninsuffizienz, Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel), übermässige Kochsalzzufuhr, Nierenerkrankungen (Renal-tubuläre Azidose).
      • Erniedrigter Wert (Hypochlorämie): Mögliche Ursachen: Anhaltendes Erbrechen (Verlust von Magensäure), Einnahme harntreibender Medikamente (Diuretika), schwerer Durchfall.
  • n: Serum-Eisen, n: Eisen
    • w: FE 60-110mmol/l
    • Der Wert  Schwankt tageszeitlich stark. Das Serum-Eisen ist nur eine Momentaufnahme des Eisenstoffwechsels. Zur genauen Bestimmung des Eisenspeichers wird meist der Ferritin-Wert (FER) herangezogen.
  • n: Transferrin
    • w: TF 174-364mg/dl
    • Transferrin ist das Haupttransportprotein für Eisen im Blut zu den Speicherorten (Leber, Milz) oder zum Knochenmark. Es bildet einen zentralen Marker für den Eisenstoffwechsel.
      • Erhöhter Wert: typisch bei Eisenmangel (der Körper produziert mehr Transferrin, um das wenige Eisen effizienter zu transportieren), Schwangerschaft oder Blutverlust.
      • Erniedrigter Wert: kann auf einen Eisenüberschuss, chronische Entzündungen, Leberschäden oder Eiweissmangel (ernährungsbedingt) hindeuten.
  • n: Transferrinsättigung
    • w: TFs 16-45%
    • Der Wert gibt an, wie viel Prozent des Transportproteins Transferrin im Blut tatsächlich mit Eisen beladen ist. Er misst wie viel Eisen für die Bildung neuer roter Blutkörperchen zur Verfügung steht.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Eisenüberladung, zum Beispiel bei der Erbkrankheit Hämochromatose.
      • Erniedrigter Wert: Eventuell Eisenmangel.
  • n: Ferritin
    • w: FER, w: FERR Frauen 15-150µg/l, Männer 25-400µg/l
    •  Ferritin ist ein Proteinkomplex, der Eisen speichert und Zellen vor freiem Eisen schützt. Es ist der wichtigste Parameter zur Messung der Eisenreserven im Körper.
      • Erhöhter Wert: Kann auf Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit), Entzündungen, Lebererkrankungen, Infektionen oder Tumore hindeuten.
      • Erniedrigter Wert: Typisch bei Eisenmangelanämie, Schwangerschaft, Blutverlust (Menstruation) oder Aufnahmestörungen im Darm.
  • n: Ascorbinsäure, n: Vitamin C im Harn
    • w: ASC 5-10mg/dl oder 0.28-0.56mmol/l
    • Im Urin zeigt der Wert die Konzentration von ausgeschiedenem Vitamin C an. Er ist meist unbedenklich und steigt durch den Verzehr vitaminreicher Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Es handelt sich nicht um einen direkten Krankheitsindikator, sondern um einen Parameter, der die Messgenauigkeit anderer Werte beeinflusst.
  • n: Glukose im Harn, Saccharose im Harn ***
    • w: GLU negativ oder <15mg/dl
    • der normale Glukosewert im Urin ist negativ, da Zucker normalerweise nicht über den Harn ausgeschieden wird. Erst bei Überschreiten der sogenannten Nierenschwelle (BZ, NBZ) wird Glukose (Glukosurie) messbar, was oft auf Diabetes mellitus, seltener auf Nierenerkrankungen oder Schwangerschaft hindeuten kann.
  • n: Blut im Harn, Erythrozyten im Harn
    • w: BLD negativ oder <5U/µl
    • Blut im Urin (Hämaturie) ist ein Symptom, keine Krankheit, und erfordert immer eine ärztliche Abklärung. Normalerweise ist der Urin frei von roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Ein positiver Test (Harnstreifen) zeigt Erythrozyten/µl an. Gründe können sein: Harnwegsinfektionen (Blasenentzündung), Nierensteine, Prostataprobleme oder selten Tumore.
  • n: Erythrozyten, n: rote Blutkörperchen im Harn
    • w: RBC 4-5.5U/l
    • Normalerweise verhindern die Nieren, dass rote Blutkörperchen in den Urin gelangen. Wenn die Filterfunktionen (Glomeruli) beschädigt sind, können Erythrozyten in den Urin übertreten.
      • Erhöhter Wert: eventuell Erkrankungen des Nierengewebes, Entzündungen (Zystitis), Steine oder Tumore.
  • n: Hämoglobin
    • w: HGB, w: HB 12-18g/dl
    • Der Hämoglobin-Wert  im Blut misst die Menge des roten Blutfarbstoffs, der für den Sauerstofftransport verantwortlich ist.
      • Erhöhter Wert: sehr selten wie Flüssigkeitsmangel, Rauchen, Aufenthalt in grossen Höhen oder bestimmte Knochenmarkserkrankungen
      • Erniedrigter Wert: Eventuell Blutarmut (Anämie). In manchen Fällen besteht auch ein Zusammenhang mit Sichelzellenerkrankungen wie der Sichelzellenanämie oder der Thalassämie (Mittelmeeranämie).
  • n: Hämatokrit
    • w: HKT, w: HCT 37-54%
    • Der Hämatokrit-Wert beschreibt das Verhältnis von zellulären Bestandteilen (hauptsächlich roten Blutkörperchen) zum flüssigen Blutplasma.
      • Erhöhter Wert: kann auf Flüssigkeitsmangel (Dehydration) oder eine Überproduktion roter Blutkörperchen hinweisen.
      • Erniedrigter Wert: kann auf Blutarmut (Anämie), Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Schwangerschaft oder einen hohen Flüssigkeitsverlust (Verdünnungseffekt) hindeuten.

Leber

  • n: Blutsenkung
    • w: BSG oder w: S1 für in der 1. Stunde <8mm und max <20mm
    • Bei der Blutsenkung wird gemessen, wie schnell die roten Blutkörperchen in der Blutflüssigkeit absinken. Es ist ein Suchtest zur Abklärung eines Verdachts auf das Vorliegen von Entzündungs- oder Autoimmunerkrankungen im Körper. Die Leber ist durch die Produktion von Fibrinogen an der Erhöhung der BSG bei Entzündungen beteiligt.
      • Erhöhte Werte: Eventuell akute/chronische Entzündungen (z.B. Rheuma), Infektionen, Tumore, Gewebeschäden, Krebserkrankungen.
  • n: Harnsäure 
    • w: HS Frauen 2.3-6.1mg/dl oder 137-363µmol/l, Männer ca. 3.6-8.2mg/dl oder 214-488µmol/l
    • Der Harnsäure-Blutwert misst das Abbauprodukt von Purinen
      • Hohe Werte können auf Gicht oder Nierenerkrankungen hindeuten. Erhöhte Werte resultieren oft aus purinreicher Ernährung oder verminderter Nierenausscheidung, was eine Diätanpassung nötig machen kann
  • n: Bilirubin im Blut
    • w: BIL <1.2mg/dl
    • Es dient zur Diagnose von Leber- und Gallenerkrankungen sowie Hämolyse. pezifische Formen werden oft als DBIL (direktes/konjugiertes Bilirubin) oder IBIL (indirektes/unkonjugiertes Bilirubin) ausgewiesen.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Verstärkter Abbau von roten Blutkörperchen, Lebererkrankungen (Hepatischer Ikterus), Abflussstörung der Galle (Posthepatischer Ikterus), genetische Faktoren.
  • n: Bilirubin gesamt
    • w: BG, w: B, w: tBil, w: Bil 0.2-1.2mg/dl
    • Bilirubin ist ein Gallenfarbstoff. Er entsteht, wenn der rote Blutfarbstoff ausgemusterter roter Blutkörperchen abgebaut wird. Der Wert stellt die Gesamtmenge des Gallenfarbstoffs im Blut dar.
      • Erhöhter Wert (Hyperbilirubinämie): Eventuell Hämolyse, Hepatitis, Gallensteine, Zirrhose.
  • n: Bilirubin direkt
    • w: BD, w: dBil, w: DBIL <0.5mg/dl
    • Der Wert stellt den Teil des Bilirubins dar, der bereits in der Leber wasserlöslich gemacht wurde. Ermöglicht das Verfeinern von Diagnosen.
      • Erhöhte Werte: Störungen im Gallenabfluss (z. B. Gallensteine), spezielle Leberschäden, direkter Ikterus.
  • n: Bilirubin indirekt **
    • w: iBil, w: IBIL <1mg/dl oder <17.1mol/l
    • Indirektes Bilirubin ist eine wasserunlösliche Form des Gallenfarbstoffs, die beim Abbau roter Blutkörperchen entsteht und zur Leber transportiert wird.
      • Erhöhte Werte im Blutbild deuten meist auf eine beschleunigte Zerstörung roter Blutkörperchen (Hämolyse) oder eine Leberfunktionsstörung hin.
  • n: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
    • w: GOT, w: AST***, w: SGOT*** 11-34U/l
    • Es handelt sich um ein Enzym, das hauptsächlich in der Leber, aber auch in Herz- und Skelettmuskeln vorkommt. Erhöhte Werte deuten auf Zellschäden in diesen Organen hin.  Während die GPT (ALT) leberspezifisch ist, kommt GOT auch in Muskeln vor. Ist GOT höher als GPT, deutet dies oft auf einen schweren oder chronischen Leberschaden hin.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Lebererkrankungen (Hepatitis, Fettleber, Zirrhose), Leberschäden durch Gifte/Medikamente, Herzinfarkt oder Muskelerkrankungen.
  • n: Alanin-Aminotransferase
    • w: GPT, w: ALT***, w: ALAT***, w: SGPT*** Frauen <35U/l, Männer <53U/l
    • Es handelt sich um einen spezifischen Leberwert im Blut, der Leberschäden anzeigt.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Fettleber, Hepatitis, Medikamente, Gallenerkrankungen, Herzinfarkt, starke körperliche Anstrengung.
  • n: Gamma-Glutamyltransferase, Gamma-GT
    • w: GGT Frauen <40U/l, Männer <54U/l
    • Dies ist ein Enzym-Wert der Erkrankungen der Leber und Gallenwege anzeigen kann.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Lebererkrankungen, Gallenwegsprobleme, Alkoholkonsum, Medikamenteneinahme
  • n: S-Adenosylmethionin
    • w: SAM, w: SAMe 28-100U/l
    • Es ist ein Schlüsselenzym für Methylierungsprozesse, Leberfunktion und Stimmung.
      • Erniedrigter Wert: Eventuell Mangel an Vitamin B12 und Folsäure, Lebererkrankungen und depressiven Verstimmungen.
  • n: Vitamin B12, n: Cobalamin, n: Transcobalamin, n: Haptocorrin
    • w: B12 160-1000pg/ml, <400pg/ml gilt schon als Mangel
    • Das Vitamin ist entscheidend für Nervenfunktion und Blutbildung.
      • Erhöhter Wert: tritt selten auf, kann aber auf Leber- oder Nierenerkrankungen hindeuten.
      • Erniedrigter Wert: Hauptursachen sind vegane/vegetarische Ernährung ohne Supplementierung, Aufnahmestörungen im Darm (Morbus Crohn) oder Magenschleimhautentzündungen.
  • n: Folsäure, n: Folat, n: Folate, n: Vitamin B9, n: Erythrozytenfolat
    • w: FOL 3.1-20ng/ml
    • Indikator für den Zellstoffwechsel.
      • Erhöhter Wert: meist unbedenklich, kann aber einen Vitamin-B12-Mangel maskieren.
      • Erniedrigter Wert: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum und Aufnahmestörungen durch chronische Darmerkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn).
  • n: Triglyceride, n: Blutfette
    • w: T <150mg/dl nüchtern
    • Triglyceride sind Blutfette, die als Energiespeicher dienen und vor allem von dem Muskeln gebraucht werden.
      • Erhöhter Wert: Übergewicht, Bewegungsmangel und regelmässiger Alkoholkonsum oder Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen, genetische Faktoren.
      • Erniedrigter Wert: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum und Aufnahmestörungen durch chronische Darmerkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn).
  • n: Gesamtcholesterin, n: Cholesterin
    • w: CHOL <200mg/dl
    • Cholesterin ist ein Fettstoff, der für den Körper essenziell ist. Hohe Werte bedeuten nicht, dass diese Ablagerungen erfolgen und zwingend starke Medikamente genommen werden müssen, es muss parallel eine Abklärung mittels Ultraschall-Untersuchung der Halsadern gemacht werden um zu klären ob überhaupt Ablagerungen stattfinden.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Risiko von Ablagerungen (Atherosklerose) in Gefässen (Adern und Venen), was zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.
  • n: Low-Density Lipoprotein (Cholesterin)
    • w: LDL <116mg/dl
    • Transportiert Fette hin zu den Geweben, es wird als “schlechtes Cholesterin” bezeichnet.
  • n: High-Density Lipoprotein (Cholesterin )
    • w: HDL Frauen >45mg/dl , Männer >40mg/dl
    • Transportiert Fette zurück zur Leber und reinigt die Arterien, es wird als “gutes Cholesterin” bezeichnet.
  • n: Cholesterinanteil
    • w: c/h %
    • Errechneter Kennwert Gesamtcholesterin/HDL-Cholesterin.
  • n: C-reaktives Protein
    • w: CRP <0.6mg/dl
    • Wichtiger genereller Entzündungsparameter. Die Leber synthetisiert CRP als Reaktion auf entzündungsfördernde Zytokine, die bei Entzündungen oder Gewebeschäden freigesetzt werden. Der Wert hilft, bakterielle Infektionen (CRP steigt stark) von viralen Infekten (CRP steigt wenig/nicht) zu unterscheiden. Ein einzelner CRP-Wert ist eine Momentaufnahme: die Halbwertszeit beträgt etwa 19 Stunden, was bedeutet, dass der Wert bei erfolgreicher Behandlung schnell wieder sinkt.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Bakterielle Infektionen, chronische Erkrankungen (z.B. Rheuma, Morbus Crohn), Verletzungen, Operationen oder Herzinfarkt.
      • 10-50mg/l: Moderat erhöht (oft virale/bakterielle Infektion).
      • 50-200mg/l: Deutlich erhöht (akute bakterielle Infektion).
  • n: Alkalische Phosphatase, n: Phosphatase **
    • w: AP, w: ALP Frauen 35-104U/l, Männer 40-129U/l
    • Ein Enzym, das im menschlichen Körper an verschiedenen Stellen vorkommt. Der Enzymwert weist primär auf Erkrankungen der Leber, Gallenwege oder Knochen hin. Erhöhte Werte deuten auf Leberschäden (Hepatitis, Gallenstau) oder Knochenumbauprozesse (Wachstum, Brüche, Tumore) hin.
      • Erhöhte Werte: bei Leber oder Galle: Gallenstau (Cholestase), Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose, Tumore. Bei den Knochen: Osteomalazie (Knochenerweichung), Knochenmetastasen, Morbus Paget, Vitamin-D-Mangel. Allgemein: Schwangerschaft (drittes Trimester), Medikamente (Antiepileptika).
      • Niedrige Werte: Selten, sie können auf Zinkmangel, Unterernährung oder Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.
  • n: Glutamatdehydrogenase **
    • w: GLDH Frauen <5U/l Männer <7U/l
    • Leberspezifisches Enzym, das als Marker für schwere Leberschäden dient. Es wird erst bei ernsten Schädigungen freigesetzt. Während GPT und GOT leichte Schäden anzeigen, steigt GLDH besonders bei schweren Schäden (z. B. Leberzirrhose, Giftstoffe) stark
      • Erhöhte Werte: eventuell schwere Virushepatitis, Leberzirrhose, Leberkrebs oder Metastasen, Vergiftungen (u. a. Knollenblätterpilz), Gallenstau (Verschlussikterus), Durchblutungsstörungen der Leber.
  • n: Komplementfaktor 3, n: Complement C3 *
    • w: C3, w: C3c 0.9-1.8g/l
    • Der C3-Blutwert misst ein Protein des angeborenen Immunsystems, das bei Entzündungen und Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielt.
      • Erhöhte Werte sind oft unspezifisch und zeigen eine aktive Entzündung, Infektion oder Gewebeschädigung an.
      • Ein Mangel tritt auf, wenn das Komplementsystem überaktiv ist und C3 schneller verbraucht als produziert wird. Gründe hierfür können sein: Autoimmunerkrankungen, Nierenerkrankungen: Glomerulonephritis, C3-Glomerulopathie, Schwere Infektionen (Sepsis).
  • n: Komplementfaktor 4, n: Complement C4 *
    • w: C4 0.1-0.4g/l
    • Der C4-Komplement-Bluttest misst die Konzentration des Proteins C4, ein wichtiger Teil des Immunsystems (Komplementsystem).
      • Erhöhte Werte: C4 ist ein Akute-Phase-Protein, dessen Spiegel bei akuten Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden steigen kann.
      • Erniedrigte Werte deuten auf einen Verbrauch des Komplementsystems hin, z. B. bei aktivem systemischem Lupus erythematodes (SLE), Vaskulitis, Glomerulonephritis oder genetischem Mangel.
  • n: Fibrinogen *
    • w: FIB, w: Fibr, w: FI 160-400mg/dl
    • Fibrinogen ist ein in der Leber produziertes Eiweiss, das zentral für die Blutgerinnung ist und als Entzündungsmarker dient. Bei Verletzungen wird Fibrinogen durch das Enzym Thrombin in Fibrin umgewandelt, das ein Blutgerinnsel (Thrombus) festigt.
      • Erhöhte Werte gelten als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
      • Erniedrigte Werte eventuell Schwere Lebererkrankungen, massiver Blutverlust oder Verbrauchskoagulopathie (DIC).
  • n: D-Dimer, n: D-Dimere *
    • w: DDIM <500µg/l
    • D-Dimere sind Bruchstücke, die entstehen, wenn der Körper Blutgerinnsel abbaut (Fibrinspaltprodukte). Der Test wird in der Medizin vor allem als Ausschluss-Test genutzt. Ist der Wert normal, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine akute Thrombose oder Lungenembolie vor. Bei Menschen über 50 Jahren liegt die Normgrenze oft höher (Faustformel: Alter x 10). Erhöhte Werte können viele durchaus harmlose Gründe haben, weshalb der Test alleine keine Diagnose ermöglicht.
      • Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Gerinnsel vorliegt. Er zeigt lediglich an, dass die Blutgerinnung aktiviert ist.
  • n: Bilirubin in Harn
    • w: BIL, w: Bili negativ
    • Es dient zur Schnelldiagnose von Leber- und Gallenerkrankungen.
      • Normalwert: Nicht nachweisbar oder negativ.
      • Nachweisbar bei Leberentzündungen (Hepatitis), Gallenstau (durch Steine oder Tumore).
  • n: Keton, n: Ketone, n: Ketonkörper, n: Ketonurie im Harn
    • w: KET negativ
    • Die Leber produziert Ketonkörper aus Fettsäuren, wenn wenig Glukose zur Energiegewinnung zur Verfügung steht. Ketone im Urin sollten bei gesunden Menschen normalerweise nicht nachweisbar sein.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Diabetes mellitus. Weitere Test in Zusammenhang mit BZ, NBZ.
  • n: Eiweiss, n: Protein im Harn
    • w: PRO negativ oder <150mg/Tag
    • Essenzieller Makronährstoff, der aus Aminosäuren besteht und als Hauptbaustein für Muskeln, Gewebe, Enzyme und Hormone im Körper dient. Es ist lebensnotwendig für den Zellaufbau, das Immunsystem und den Stoffwechsel.
      • Der Nachweis von Protein im Urin (Proteinurie) kann auf Nierenschäden, Diabetes oder Bluthochdruck hinweisen.

Hormone

  • n: Adrenocorticotropes Hormon *
    • w: ACTH 10-60ng/l
    • Das Adrenocorticotrope Hormon ist ein in der Hirnanhangdrüse gebildetes Hormon, das die Kortisolproduktion in der Nebennierenrinde steuert. Dient der Abklärung von Störungen der Nebennierenrinde (z. B. Cushing-Syndrom, Addison-Krankheit).
      • Erhöhte Werte können auf eine Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Krankheit) oder einen sekundären Morbus Cushing hindeuten.
      • Erniedrigte Werte können auf einen primären Morbus Cushing oder eine sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz hinweisen.
  • n: Cortisol, n: Follicular, n: Fettlöslichkeit *
    • w: CORT, w: K, w: F 5-25µg/dl oder 140-690nmol/l
    • Es handelt sich um einen speziellen Hormonwert um die Funktion der Nebennierenrinde und die Stressbelastung zu beurteilen.
      • Erhöhte (Hypercortisolismus) können auf starken chronischen Stress, eine Überfunktion der Nebenniere oder das Cushing-Syndrom hindeuten.
      • Erniedrigte Werte (Hypocortisolismus) können ein Anzeichen für eine Nebennierenrinden-Schwäche (z. B. Morbus Addison) oder eine Störung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) sein.

Zellen/Herz

  • n: Creatin-Kinase, n: Kreatinkinase *
    • w: CPK, w: CK Frauen <180U/l, Männer <200U/l
    • Es ist Enzym das vor allem in Muskel- und Herzmuskelzellen (CK-MB) vorkommt. Aber auch in Skelett (CK-MM) und im Gehirn (CK-BB).
      • Erhöhter Wert: Eventuell Intensive körperliche Anstrengung, besonders Krafttraining, Trauma,  3 bis 12 Stunden nach einem Herzinfarkt.
  • n: Laktatdehydrogenase
    • w: LDH 125-248U/l
    • Laktatdehydrogenase ist ein unspezifischer Marker für Zellschäden, da das Enzym in fast allen Körpergeweben vorkommt.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Indikator für einen erhöhten Zellumsatz, es werden Zellen geschädigt oder sterben ab. Gewebeschaden im Herzen, Lebererkrankungen, Hämolyse, Krebs, Infektionen.
  • n: N-terminales pro Brain Natriuretic Peptide, n: N-terminales pro-B-Typ natriuretisches Peptid *
    • w: NT-proBNP Frauen <50J <155pg/ml, Männer <50J <84pg/ml, Frauen 50-65J <222pg/ml, Männer 50-65J <194pg/ml, >75J <300pg/ml
    • Herzmarker zur Diagnose von Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
      • Erhöhte Werte deuten auf eine Überbelastung des Herzens hin, können aber auch durch Nierenschwäche, Alter, Lungenembolie oder Bluthochdruck verursacht werden.
  • n: Beta-2-Mikroglobulin *
    • w: β2-MG, w: BETA-MG 0.8-2.4µg/ml
    • Beta-2-Mikroglobulin ist ein Protein auf Zelloberflächen, das im Blut als Tumormarker (besonders für Multiples Myelom, Lymphome) und zur Beurteilung der Nierenfunktion dient. Es wird zur Prognose und Verlaufsdiagnosestellung genutzt.
      • Erhöhte Werte im Blutbild deuten auf einen gesteigerten Zellumsatz, Tumore, entzündliche Prozesse oder eine Niereninsuffizienz hin.

Knochenmark

  • n: Erythrozyten
    • w: ERY, w: RBC, w: Eris Frauen 4.1-5.2T/l Männer 4.5-5.9T/l
    • Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind für den Transport von Sauerstoff von der Lunge in das Körpergewebe verantwortlich.
      • Erhöhte Werte treten beispielsweise bei Sauerstoffmangel (z. B. Aufenthalt in großen Höhen, Rauchen) oder bestimmten Erkrankungen des Knochenmarks wie Polycythaemia vera auf.
      • Ein Mangel kann auf Blutarmut hindeuten, oft verursacht durch Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel oder chronische Erkrankungen.
  • n: Mean Corpuscular Volume, n: mittleres Zellvolumen der Erythrozyten
    • w: MCV 77-96fl
    • Der MCV-Wert gibt die durchschnittliche Grösse der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an und hilft bei der Diagnose von Anämien.
      • Erhöhter Wert: eventuell Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Lebererkrankungen oder hoher Alkoholkonsum.
      • Erniedrigter Wert: eventuell Eisenmangel, eine chronische Entzündung oder Anämie.
  • n: Mean Corpuscular Hemoglobin, n: mittlerer HB-Gehalt eines Erythrozyten 
    • w: MCH 27-32pg/U
    • Der MCH-Wert gibt die durchschnittliche Menge des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutkörperchen an und hilft bei der Diagnose von Anämien.
      • Erhöhter Wert: eventuell Vitamin-B12- oder Folsäuremangel oder Hämolyse (Abbau roter Blutkörperchen).
      • Erniedrigter Wert: eventuell Hinweis auf Eisenmangel.
  • n: Mean Corpuscular Hemoglobin Concentration, n: mittlere HB-Konzentration eines Einzelerythrozyten 
    • w: MCHC 30-36g/dl
    • Der MCHC-Wert gibt die durchschnittliche Hämoglobinmenge (roter Blutfarbstoff) in einem bestimmten Volumen roter Blutkörperchen (Erythrozyten) an. Er dient in der Labordiagnostik oft als Kontrollwert zur Erkennung von Messfehlern.
      • Erhöhter Wert: eventuell Laborfehler oder Kugelzellanämie.
      • Erniedrigter Wert: eventuell Hinweis auf Eisenmangel, Thalassämie.
  • n: Red Cell Distribution Width, n: Erythrozytenverteilungsbreite, n: Ery-Verteilungsbreite
    • w: RDW 11-16% oder 11.5-14.5fl
    • Der Wert misst die Grössenunterschiede der roten Blutkörperchen.
      • Erhöhter Wert: Rote Blutkörperchen sind sehr unterschiedlich gross, eventuell Eisenmangel, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, chronische Entzündungen.
      • Erniedrigter Wert: irrelevant.
  • n: Platelet count, n: Thrombozytenzahl, n: Thrombozyten
    • w: PLT 140000-400000U/µl
    • Der PLT-Wert gibt die Menge der Blutplättchen an, die für die Blutgerinnung essenziell sind.
      • Erhöhter Wert: eventuell Thrombozytose was das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) erhöht.
      • Erniedrigter Wert: eventuell Thrombozytopenie, was das Blutungsrisiko erhöht.
  • n: Prothrombinzeit Quick, n: Quick-Wert, n: Prothrombin Time
    • w: PTZ, w: PT, w: PZ 70-120%
    • Die Prothrombinzeit (PTZ) ist ein zentraler Laborwert zur Überprüfung des extrinsischen Blutgerinnungssystems. Sie misst die Zeit bis zur Gerinnselbildung, primär zur Überwachung von Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar), bei Lebererkrankungen oder vor Operationen.
  • n: Aktivierte partielle Thromboplastinzeit, n: Thromboplastinzeit *
    • w: aPTT 25-38sec
    • Der Test misst in Sekunden, wie lange es dauert, bis das Blut nach Zugabe bestimmter Stoffe im Reagenzglas gerinnt.
      • Verlängerte aPTT: Das Blut gerinnt langsamer als normal. Mögliche Ursachen sind ein Mangel an Gerinnungsfaktoren, eine Lebererkrankung, die Einnahme von Medikamenten (Heparin) oder bestimmte Antikörper (z.B. Lupus-Antikoagulans).
      • Verkürzte aPTT: Dies kommt selten vor und hat meist keine direkte medizinische Bedeutung, kann aber gelegentlich auf eine erhöhte Gerinnungsaktivität (Thromboserisiko) hindeuten.
  • n: International Normalized Ratio Prothrombin Time
    • w: INR aus PTZ, w: PZ/INR 0.85-1.15
    • Ein höherer INR-Wert bedeutet eine langsamere Blutgerinnung.
  • n: Mean Platelet Volume, n: mittleres Zellvolumen der Thrombozyten
    • w: MPV 7.6-10.8fl
    • Der MPV-Wert ist ein Blutwert, der das durchschnittliche Volumen (die Grösse) der Blutplättchen (Thrombozyten) angibt. Er hilft zu beurteilen, wie aktiv das Knochenmark neue Blutplättchen produziert. Junge Blutplättchen sind in der Regel grösser als alte, weshalb ein erhöhter MPV auf eine erhöhte Produktion hinweist.
      • Erhöhter Wert: selten, eventuell Knochenmarksneoplasien und nach Bluttransfusionen.
      • Erniedrigter Wert: bedeutet, dass die Blutplättchen kleiner als normal sind, was auf eine verminderte Produktion durch das Knochenmark hindeuten kann, etwa bei aplastischer Anämie.
  • n: Platelet Distribution Width, n: Thrombozyten-Verteilungsbreite
    • w: PDW 10-18fl
    • Der PDW-Wert gibt an, wie stark die Grösse der Blutplättchen (Thrombozyten) von der Norm abweicht.
      • Ein erhöhter Wert deutet auf eine hohe Variabilität hin, was auf Entzündungen, Infektionen oder Knochenmarkserkrankungen hinweisen kann.
  • n: Leukozyten *
    • w: LEU, w: Leuk, w: WBC 4000-10000U/µl
    • Leukozyten (weisse Blutkörperchen) sind Teil des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern.
      • Erhöhte Werte: häufig bakterielle Infektionen, Entzündungen, Rauchen, Stress, körperliche Belastung, Schwangerschaft oder Medikamente (z. B. Kortison) aber auch Leukämie oder andere Knochenmarkserkrankungen.
      • Niedrige Werte: Virusinfektionen, Autoimmunerkrankungen, Knochenmarkschädigungen oder Krebserkrankungen.
  • n: Lymphozyten
    • w: LYM, w: LMYPHO 1000-4000U/µl oder 20-40% w: LYMP# U/ml
    • Der Wert gibt Aufschluss über einen Teil der weissen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind.
      • Erhöhter Wert (Lymphozytose): eventuell virale Infektionen (z. B. Grippe, Hepatitis) oder Entzündungen, seltener chronische Erkrankungen.
      • Erniedrigter Wert (Lymphozytopenie): eventuell Infektionen (HIV, schwere Grippe), Autoimmunerkrankungen, Unterernährung oder Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Kortikosteroide).
  • n: Monozyten
    • w: MONO 200-800U/µl oder 2–10% der Leukozyten w: MONO# U/ml
    • Der Monozyten-Wert gibt Aufschluss über eine Gruppe weisser Blutkörperchen, die als Teil des Immunsystems Krankheitserreger bekämpfen.
      • Erhöhter Wert: Infektionen.
      • Erniedrigter Wert: selten, eventuell Schwäche des Knochenmarks.
  • n: Granulozyten gesamt
    • w: GRAN, w: Grano 1500-7500U/µl oder 50–70% der Zellen w: GRAN# U/ml
    • Granulozyten sind ein Hauptbestandteil der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) und essenziell für die Immunabwehr.
      • Erhöhter Wert: eventuell Zeichen für bakterielle Infektionen, Entzündungen oder Leukämie.
      • Erniedrigter Wert: eventuell geschwächte Abwehr, mögliche Ursachen sind Knochenmarkschädigungen, Infektionen (z.B. Hepatitis) oder Nebenwirkungen von Medikamenten.
  • n: Neutrophile Granulozyten, n: absolute Neutrophilenzahl, n: Neutrophilenzahl, n: Neurophilie
    • w: NEU 1800-7000U/µl oder 45-75% der Zellen
    • Neutrophile Granulozyten sind die häufigsten weissen Blutkörperchen. Sie sind Fresszellen (Phagozyten), die Bakterien aufnehmen und durch Enzyme abtöten. Zudem können sie netzartige Strukturen aus DNA bilden, um Erreger im Gewebe zu fangen..
      • Erhöhter Wert (Neutrophilie): typisch bei bakteriellen Infektionen, Entzündungen oder Gewebeschäden..
      • Erniedrigter Wert (Neutropenie): eventuell schweren Infektionen, da die Immunabwehr geschwächt ist.
  • n: Eosinophile Granulozyten
    • w: EOS 50–250U/µl oder <5% der Zellen
    • Eosinophile Granulozyten sind weisse Blutkörperchen. Sie sind Teil des Immunsystems, besonders bei Allergien und Parasiteninfektionen.
      • Erhöhter Wert (Eosinophilie): eventuell Allergien (Heuschnupfen, Asthma), Hauterkrankungen (Ekzeme), Parasitenbefall (Würmer), Medikamentenreaktionen, chronische Entzündungen.
      • Erniedrigter Wert: meist nicht krankhaft, kann aber auf akute Infektionen, Stress oder Kortisonbehandlung hindeuten.
  • n: Basophile Granulozyten
    • w: BAS 15-50U/µloder <2% der Zellen
    • Basophile Granulozyten sind eine seltene Untergruppe der weissen Blutkörperchen (Leukozyten), die als Teil des unspezifischen Immunsystems sind.
      • Erhöhter Wert (Basophilie): Ursachen sind eventuell allergische Reaktionen, chronische Entzündungen, Parasitosen oder Knochenmarkserkrankungen.
      • Erniedrigter Wert (Basopenie): ein Mangel kann bei Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose), akuten Infektionen oder Stress auftreten.
  • n: Segmentkernige neutrophile Granulozyten, n: Segmentkernige Neurophilie *
    • w: SEG, w: Segs 46-66%
    • Segmentkernige neutrophile Granulozyten sind die reifsten Formen der weissen Blutkörperchen und machen den grössten Teil dieser Zellen im Blut aus. Sie dienen primär der Abwehr von Bakterien. Im Rahmen eines Differentialblutbildes werden Neutrophile in zwei Reifestadien unterteilt: Segmentkernige sind die reifen Zellen, deren Zellkern in mehrere Segmente unterteilt ist. Stabkernige sind die etwas jüngeren Vorstufen mit einem wurstförmigen, ungeteilten Kern.
      • Erhöhter Wert: eventuell Bakterielle Infektionen, Entzündungen, körperlicher Stress oder Schwangerschaft
      • Erniedrigter Wert: eventuell Virusinfektionen, Medikamente, Vitaminmangel, Autoimmunerkrankungen.
  • n: Stabkernige neutrophile Granulozyten, n: Stabkernige Neurophilie *
    • w: STB, w: Stäbe <5%
    • Stabkernige Neutrophile sind junge, noch nicht vollständig ausgereifte neutrophile Granulozyten mit hufeisenförmigem Kern. Im Rahmen eines Differentialblutbildes werden Neutrophile in zwei Reifestadien unterteilt: Segmentkernige sind die reifen Zellen, deren Zellkern in mehrere Segmente unterteilt ist. Stabkernige sind die etwas jüngeren Vorstufen mit einem wurstförmigen, ungeteilten Kern.
      • Erhöhte Wert deuten auf bakterielle Infektionen, Entzündungen oder akuten Zellbedarf hin.

Immunsystem/DNA

  • n: Rheumafaktor *
    • w: RF <30U/ml
    • Es handelt sich um einen Antikörper, der als Marker für rheumatoide Arthritis (RA) und andere Autoimmunerkrankungen dient. Erzeugung hauptsächlich in B-Lymphozyten (einer Art der weissen Blutkörperchen) im Immunsystem.
      • Erhöhter Wert: Eventuell chronische Entzündungen, aber auch bei Gesunden (v.a. im Alter) bei Infektionen oder Lebererkrankungen.
  • n: Antistreptolysin O, n: ASL-Titer
    • w: ASL, w: ASLO <200U/ml
    • Der Wert wird zur Diagnose von Spätfolgen wie rheumatischem Fieber oder Nierenentzündungen nach Streptokokkeninfektionen genutzt. Der ASL-Test ist wenig spezifisch, d.h. er reagiert manchmal nicht bei Hautinfektionen oder kann durch andere Faktoren verfälscht werden.
      • Erhöhter Wert: bedeutet nicht zwangsläufig eine aktuelle Infektion, sondern oft eine kürzlich durchgemachte.
  • n: Anti-Neutrophile cytoplasmatische Antikörper, n: antineutrophile zytoplasmatische Antikörper, n: Granulozyten-Zytoplasma-Antikörper
    • w: ANCA negativ
    • Das sind Autoantikörper, die sich gegen weisse Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) richten und diese aktivieren, was zu Gefässentzündungen (Vaskulitiden) führt. Sie dienen als wichtige Marker im Blut für Autoimmunerkrankungen, insbesondere ANCA-assoziierte Vaskulitiden (AAV). Die Einteilung erfolgt in c-ANCA (zytoplasmatisch) und p-ANCA (perinukleär).
  • n: Antikörper gegen Proteinase 3, n: Proteinase 3 *
    • w: PR3-ANCA, w: c-ANCA negativ
    • Spezifischer Marker in der Labordiagnostik, der vor allem zur Untersuchung von Autoimmunvaskulitiden (Gefässentzündungen) eingesetzt wird.
      • Positiv: Es liegt ein Verdacht auf eine ANCA-assoziierte Vaskulitis vor. Da PR3-ANCA jedoch auch bei anderen Entzündungen (z. B. chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) leicht erhöht sein können, muss das Ergebnis immer im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen (z. B. Nieren- oder Lungenproblemen) interpretiert werden.
      • Negativ: Es wurden keine PR3-Antikörper nachgewiesen. Dies schliesst eine Vaskulitis nicht völlig aus, macht eine GPA aber unwahrscheinlicher.
  • n: Myeloperoxidase-antineutrophile cytoplasmatische Antikörper *
    • w: MPO-ANCA, w: p-ANCA negativ
    • Marker für die Diagnose bestimmter Gefässentzündungen, der sogenannten ANCA-assoziierten Vaskulitiden.
      • Ein erhöhter oder positiver MPO-ANCA-Wert deutet unter Umständen auf eine Entzündung der kleinen Blutgefässe hin, insbesondere:
  • n: Troponin T, n: High Sensitive Troponin T
    • w: TnT, w: cTnI, w: cTnT, w: hsTnT 3-13pg/ml
    • Troponin ist ein hochempfindlicher Blutmarker, der Schäden an der Herzmuskulatur anzeigt, wobei erhöhte Werte (insbesondere cTnT und cTnI) primär auf einen Herzinfarkt hindeuten. Die Konzentration steigt ca. 3 bis 8 Stunden nach Infarktbeginn, erreicht nach 12 bis 96 Stunden das Maximum und bleibt bis zu 14 Tage erhöht.
  • n: Humanes Leukozyten-Antigen B27, n: B27
    • w: HLA-B27 negativ
    • Der Blutwert HLA-B27 ist ein genetisches Merkmal (ein Antigen) auf der Oberfläche weisser Blutkörperchen, das eine wichtige Rolle bei der Diagnose bestimmter rheumatischer Erkrankungen der Wirbelsäule spielt, insbesondere Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans).
      • HLA-B27 positiv: das Merkmal wurde im Blut nachgewiesen. Es bedeutet eine genetische Veranlagung für bestimmte Autoimmunerkrankungen, ist aber keine Diagnose an sich. Etwa 6-13% der gesunden Bevölkerung in Europa tragen dieses Merkmal, ohne jemals zu erkranken.
      • HLA-B27 negativ: Das Merkmal ist nicht vorhanden. Dies macht bestimmte rheumatische Erkrankungen unwahrscheinlicher, schliesst sie jedoch nicht vollständig aus.
  • n: Antinukleäre Antikörper *
    • w: ANA <1:160
    • Suchtest auf Autoimmunerkrankungen, insbesondere rheumatische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Zellkern angreift.
      • Titer >1:320 werden als deutlich positiv gewertet und erfordern meist eine weitere, spezifischere Stufendiagnostik (ENA-Profil).
      • Hohe Titer finden sich häufig bei systemischem Lupus erythematodes (SLE), Sjögren-Syndrom, systemischer Sklerodermie und Mischkollagenosen.
      • Ein negatives Ergebnis schliesst eine Autoimmunerkrankung weitgehend aus, allerdings gibt es seltene Ausnahmen.
  • n: Extrahierbare Nukleäre Antigene *
    • w: ENA negativ
    • Bluttest zur spezifischen Diagnose von Autoimmunerkrankungen, insbesondere Kollagenosen (Lupus, Sjögren-Syndrom). Es bestimmt Autoantikörper, die sich gegen Zellkernbestandteile richten, meist im Anschluss an ein positives ANA-Screening. Die Ergebnisse helfen, die Art der Erkrankung durch Nachweis spezifischer Antikörper (wie U1-RNP, Sm, SS-A/B, Scl-70, Jo-1) einzugrenzen
      • Ein positives ENA-Ergebnis ist ein Hinweis auf eine spezifische rheumatische Erkrankung, muss aber immer im Kontext der klinischen Symptome vom Rheumatologen bewertet werden.
      • Normalerweise sind keine ENA-Antikörper nachweisbar.
  • n: Endomysium-Antikörper *
    • w: EMA negativ
    • hochspezifische Blutmarker für die Diagnose einer Zöliakie. Sie richten sich gegen Bindegewebe im Darm und werden genutzt, um eine Gewebstransglutaminase-Antikörper (tTG-IgA) Bestätigung zu liefern. Ein positiver Test deutet stark auf eine Autoimmunreaktion auf Gluten hin.
      • Ein sinkender Titer zeigt ein striktes Einhalten der glutenfreien Diät an.
  • n: Zyklisch citrulliniertes Peptid Antikörper, n: cyclic citrullinated peptide, n: Peptide*
    • w: CCP-AK, w: Anti-CCP negativ
    • Hochspezifische Blutmarker für die Diagnose der Rheumatoiden Arthritis (RA). Sie gehören zur Gruppe der ACPA (anti-citrullinierte Protein-Antikörper)
      • Positiv: Es liegt sehr wahrscheinlich eine rheumatoide Arthritis vor oder sie wird sich in Zukunft entwickeln. Ein hoher Titer geht oft mit einem schwereren, erosiven Verlauf einher, bei dem die Gelenke schneller geschädigt werden.
      • Negativ: Eine RA ist nicht ausgeschlossen, da etwa ein Drittel der Betroffenen keine CCP-Antikörper bildet (seronegative RA).
  • n: Autoantikörper gegen glatte Muskulatur *
    • w: SMA, w: ASMA <1:20
    • diagnostische Marker für die Autoimmunhepatitis (AIH) Typ 1, besonders bei hohen Titern und Anti-Aktin-Spezifität. Sie richten sich gegen Zytoskelett-Proteine (Aktin) in glatten Muskelzellen. Der Test hilft dabei, AIH von anderen Lebererkrankungen wie Virushepatitis oder alkoholbedingten Schäden zu unterscheiden.
      • Hohe Werte (>1:80) gelten bei Erwachsenen als starker Hinweis auf eine Autoimmunhepatitis. Ein positiver SMA-Befund allein beweist keine AIH.
  • n: Antikörper gegen deamidiertes Gliadin, n: Gliadin *
    • w: Anti-DGP negativ
    • hochspezifische und sensitive Marker in der Diagnostik einer Zöliakie oder Dermatitis herpetiformis. Sie richten sich gegen das Protein Gliadin, einen Bestandteil von Gluten, das im Darm verändert (deamidiert) wurde. Damit der Test zuverlässig ist, muss man sich zum Zeitpunkt der Blutabnahme glutenhaltig ernähren. Unter einer glutenfreien Diät sinken die Antikörperspiegel schnell ab.
      •  Ein positiver Befund deutet stark auf eine Zöliakie hin. In der Regel wird dieser Wert zusammen mit den Transglutaminase-Antikörpern (tTG-IgA) bestimmt, die als Goldstandard gelten.
  • n: Antimitochondriale Antikörper *
    • w: AMA negativ
    • Autoantikörper, die sich gegen Strukturen in den Mitochondrien richten und als Leitsymptom der primär biliären Cholangitis (PBC) gelten, wo sie sehr oft nachweisbar sind. Der hochspezifische M2-Subtyp ist für die Diagnose entscheidend, während andere AMA-Typen (M1-M9) seltener vorkommen. Die Bestimmung erfolgt meist per Indirekter Immunfluoreszenz (IFT). Der AMA-M2-Antikörper ist besonders relevant, da er spezifisch gegen den Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex (PDC) gerichtet ist. Der Test erfolgt in zwei Schritten: Zunächst ein Suchtest (IFT), dann eine spezifische Bestätigung mittels ELISA oder Immunoblot auf M2-Subtypen.
  • n: Antikörper gegen Parietalzellen, n: Parietalzellen *
    • w: APCA, w: PCA negativ
    • Autoantikörper, die sich gegen die säureproduzierenden Belegzellen der Magenschleimhaut richten. Sie sind ein wichtiger Labormarker für die Diagnose einer Autoimmungastritis (Typ-A-Gastritis) und der daraus resultierenden perniziösen Anämie. Ein positiver Befund beweist die Erkrankung nicht allein, da die Antikörper auch bei 10–12 % der gesunden Bevölkerung (vor allem im Alter) oder bei anderen Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis) auftreten können.
  • n: Antikörper gegen Tissue-Transglutaminase, n: Tissue-Transglutaminase, n: Transglutaminase *
    • w: tTG-AK negativ
    • Bezeichnet Antikörper gegen das Enzym Gewebetransglutaminase. Dieser Laborwert ist der wichtigste Marker für die Diagnose einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Ein erhöhter Wert deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Zöliakie oder eine damit verbundene Erkrankung wie Dermatitis herpetiformis hin.
  • n: Humanes Immundefizienz-Virus Antigen, n: Antikörper-Kombinationstest 4. Generation Screening *
    • w: HIV Ag/AK negativ
    • Der Test ist sehr genau und kann sowohl Bestandteile des Virus (p24-Antigen) als auch die Reaktion des Körpers darauf (Antikörper) nachweisen.
      • Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine HIV-Infektion vorliegt. Es ist immer ein Bestätigungstest (z.B. Immunoblot) erforderlich, um das Ergebnis zu sichern.

Darm

  • n: Urobilinogen im Harn
    • w: URO 0.1-1.8mg/dl oder 1.7-30mol/l
    • Urobilinogen ist ein farbloses Abbauprodukt des Gallenfarbstoffs Bilirubin, das durch Bakterien im Darm entsteht. Ein Teil wird über den Darm ausgeschieden, der Rest über den enterohepatischen Kreislauf zur Leber zurückgeführt und geringfügig über den Urin ausgeschieden.
      • Erhöhter Wert: Eventuell Leberschäden, Leberentzündungen oder gesteigerten Blutabbau (Hämolyse).

Lunge

  • n: Angiotensin-Converting-Enzym **
    • w: ACE 8-52U/l
    • Blutwert, der vor allem zur Diagnose und Verlaufsbeobachtung von Sarkoidose (Morbus Boeck) eingesetzt wird.
      • Erhöhte Werte: deuten oft auf eine Sarkoidose hin, da das Enzym in den krankheitstypischen Knötchen (Granulomen) vermehrt gebildet wird. Auch bei anderen Lungenerkrankungen, Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) oder Leberzirrhose können die Werte steigen.
      • Verminderte Werte: treten bei der Einnahme von ACE-Hemmern (Blutdruckmedikamenten wie Ramipril oder Enalapril) auf. Auch Lungentumore oder akutes Nierenversagen können zu niedrigen Werten führen.

Blase

  • n: Nitrit im Harn
    • w: NIT negativ
    • Nitrit im Urin ist bei gesunden Menschen normalerweise nicht nachweisbar .
      • Ein positiver Nitrit-Wert im Harn ist ein starkes Indiz für eine bakterielle Infektion der Harnwege (Harnwegsinfekt/Blasenentzündung). Der Test zeigt an, dass Bakterien Nitrat zu Nitrit umwandeln. Die Bestätigung erfolgt oft durch den Nachweis von Leukozyten (weisse Blutkörperchen) oder eine Urinkultur.
  • n: Leukozyten, n: weisse Blutkörperchen im Harn
    • w: LEU negativ
    • Leukozyten sind im Urin ist bei gesunden Menschen normalerweise nicht nachweisbar.
      • Positiver Wert: Anzeichen für eine Entzündung oder Infektion der ableitenden Harnwege (z. B. Blasenentzündung) oder der Nieren.
  • n: Spezifisches Uringewicht, n: Urdichte, n: relative Dichte
    • w: SG 1.010-1.025g/ml
    • Dient zur Beurteilung der Nierenfunktion (Konzentrations- und Verdünnungsfähigkeit).
      • Ein konstanter Wert von ca. 1.010 kann auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hindeuten.
  • n: pH-Wert im Harn
    • w: pH 4-9
    • Der pH-Wert im Urin ist stark von Ernährung, Tageszeit und Stoffwechsel abhängig. Ein saurer Morgenurin ist normal während basischer Urin nach Mahlzeiten auftreten kann.
      • Abweichungen können auf Nierenprobleme, Nierensteinen, Infekte oder Ernährungsfehler hinweisen. Der Wert ist immer nur ein Puzzleteil in der Diagnostik.
  • n: Albumin im Urin *
    • w: ALB 20mg/l
    • Wert zur Früherkennung von Nierenschäden. Ein normaler Albuminwert im Urin bei Erwachsenen ist sehr niedrig, da die Nieren normalerweise kaum Eiweiss durchlassen.
      • Hohe Werte können auf ein frühes Stadium einer Nierenerkrankung hindeuten, insbesondere bei Diabetikern oder Hypertonikern.
  • n: Albumin-Kreatinin-Quotient *
    • w: UACR 30mg/g
    • Verhältnis zur Früherkennung von Nierenschäden. Ein normaler Quotient bei Erwachsenen ist sehr niedrig, da die Nieren normalerweise kaum Eiweiss durchlassen.
      • Hohe Werte können auf ein frühes Stadium einer Nierenerkrankung hindeuten, insbesondere bei Diabetikern oder Hypertonikern.
  • n: Bilirubin im Harn, n: Bilirubinurie
    • w: Bili negativ
    • Bilirubin ist ein gelbes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin). Es ist bei gesunden Menschen nicht normal. Es deutet meistens auf eine Störung der Leber oder der Gallenwege hin.
  • n: Blut-Harnstoff-Stickstoff, n: Blood Urea Nitrogen ***
    • w: BUN 6-20mg/dl
    • Der BUN-Wert misst ein Abbauprodukt des Proteinstoffwechsels, und dient primär zur Beurteilung der Nierenfunktion. Umrechnung von BUN auf Harnstoff: BUNY2.14=Harnstoff

Infektionsmarker

Diese Werte werden nur bei speziellen Verdachten ermittelt und sind nicht teil des grossen Blutbilds.

  • n: Immunglobulin A *
    • w: IgA 70-400mg/dl
    • Wichtiger Antikörper im menschlichen Immunsystem, der vor allem in den Schleimhäuten (Atemwege, Magen-Darm-Trakt) und Körperflüssigkeiten (Speichel, Tränen) vorkommt. Es dient als erste Abwehrlinie gegen Krankheitserreger wie Viren und Bakterien direkt am Eintrittsort.
      • Erhöhte Werte können hinweisen auf: chronische Entzündungen, Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose), Autoimmunerkrankungen, chronische Infektionen oder bestimmte Krebserkrankungen wie das Multiple Myelom.
      • Niedrige Werte deuten auf einen angeborenen Immundefekt, Eiweissverlust (z. B. über Niere oder Darm) hin oder treten in Folge einer immunsuppressiven Therapie auf.
  • n: Immunglobulin E *
    • w: IgE <100IU/ml
    • Spezieller Antikörper in deinem Blut, der vor allem bei der Abwehr von Parasiten und bei der Entstehung von Allergien eine zentrale Rolle spielt. Gesamt-IgE: Dieser Wert gibt die Summe aller IgE-Antikörper im Blut an. Spezifisches IgE: Hier wird gezielt nach Antikörpern gegen bestimmte Auslöser gesucht (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Lebensmittel). Dies hilft dabei, die genaue Ursache einer Allergie zu finden.
      • Erhöhte Werte können hinweisen auf: allergische Erkrankungen, Parasitenbefall, Seltene Erkrankungen bei bestimmte Immunschwächesyndrome oder bronchopulmonale Aspergillose.
      • Sehr niedrige IgE-Werte haben meist keinen Krankheitswert, können aber selten bei bestimmten Immundefekten oder Infektionen wie AIDS vorkommen.
  • n: Immunglobulin G *
    • w: IgG 7–16g/l
    • Der häufigste Antikörper im Blut (75–80 %), der für das immunologische Gedächtnis und die Abwehr von Infektionen essenziell ist.
      • Ursachen für erhöhte IgG-Werte: Chronische oder akute Infektionen, Autoimmunerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Lupus), Lebererkrankungen (Hepatitis, Leberzirrhose),  Monoklonale Gammopathie/Plasmozytom (multiples Myelom).
      • Ursachen für erniedrigte IgG-Werte: Primäre oder sekundäre Immundefekte (angeboren oder erworben). Eiweissverlust über Niere oder Darm.
  • n: Immunglobulin G-Subklasse 1 *
    • w: IgG1 3.8–11.5g/l
    • IgG1 spielt eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Proteingitfstoffen (wie sie von Bakterien oder Viren stammen). Es aktiviert das Komplementsystem und hilft Immunzellen, Krankheitserreger zu erkennen und zu zerstören.
      • Erhöhte Werte können bei chronischen Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder bestimmten Entzündungsprozessen auftreten.
      • Niedrige Werte stehen für häufige, wiederkehrende Infektionen, besonders der Atemwege (z. B. Lungenentzündung oder Bronchitis durch Bakterien wie Pneumokokken).
  • n: Immunglobulin G-Subklasse 2 *
    • w: IgG2 0.09–11g/l
    • IgG2-Antikörper spielen eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Bakterien mit Schleimkapseln (Pneumokokken oder Haemophilus influenzae). Sie richten sich fast ausschliesslich gegen die Polysaccharide (Zuckerstrukturen) dieser Bakterienhüllen.
      • Erhöhte Werte können können auf chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder chronische Entzündungen hindeuten.
      • Niedrige Werte stehen für wiederkehrenden Infektionen der Atemwege, wie Sinusitis, Bronchitis oder Lungenentzündungen.
  • n: Immunglobulin G-Subklasse 3 *
    • w: IgG3 23–196mg/dl
    • IgG3-Antikörper zeichnen sich durch eine besonders hohe Fähigkeit zur Aktivierung des Komplementsystems aus, was hilft, Krankheitserreger schnell zu markieren und zu eliminieren.
      • Erhöhte Werte können bei chronischen Entzündungen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen vorkommen.
      • Niedrige Werte deuten auf eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen (wie Bronchitis oder Lungenentzündungen) hin. Oft tritt ein Mangel an IgG-Subklassen auch in Kombination mit einem IgA-Mangel auf.
  • n: Immunglobulin G-Subklasse 4 *
    • w: IgG4 0.052-1.250g/l
    • Ein stark erhöhter IgG4-Spiegel im Blut kann ein wichtiger Hinweis auf eine sogenannte IgG4-assoziierte Erkrankung (IgG4-RD) sein. Dabei handelt es sich um eine immunvermittelte, chronisch-entzündliche Erkrankung, die fast jedes Organ betreffen kann.
      • Erhöhte Werte können hinweisen auf: Autoimmunpankreatitis, Sialadenitis/Dakryoadenitis, Retroperitoneale Fibrose, Cholangitis.
      • Niedrige Werte deuten auf eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen (wie Bronchitis oder oder chronische Sinusitis) hin. Auch besteht ein Zusammenhang mit Mukoviszidose oder primären Immundefekten.
  • n: Immunglobulin M *
    • w: IgM 40-230mg/dl
    • Dies ist der erste Antikörper, den das Immunsystem produziert, wenn es auf einen neuen Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren trifft. Es fungiert als Frühwarnsystem und zeigt oft eine akute oder erst kürzlich erfolgte Infektion an.
      • Erhöhte Werte können hinweisen auf: akute Infektion, Lebererkrankungen Krebserkrankungen.
      • Niedrige Werte können hinweisen auf: Antikörpermangelsyndrom, Einnahme bestimmter Medikamente oder Erkrankungen des Knochenmarks.
  • n: Borrelia burgdorferi, n: Borrelien-Antikörper *
    • w: BORG, w: BORM, w: BORIB, w: Immunoblot, w: BORP negativ
    • Borreliose-Untersuchungen beziehen sich auf den Nachweis von Antikörpern (AK). Die Borreliose-Diagnose im Blut erfolgt primär durch den Nachweis spezifischer Antikörper (IgM für frühe, IgG für späte Stadien) mittels ELISA-Suchtest und Immunoblot-Bestätigungstest. IgM-Antikörper treten nach 3–6 Wochen auf, IgG später. Ein positiver Befund zeigt eine Auseinandersetzung des Immunsystems, nicht zwingend eine aktive Erkrankung.
  • n: Chlamydia pneumoniae, n: Chlamydien *
    • w: CT, w: CP negativ
    • In einem Blutbild oder einer Serologie (Blutuntersuchung) werden Chlamydien-Infektionen meist durch den Nachweis von Antikörpern festgestellt. Chlamydien werden in der Regel nicht primär durch einen Bluttest, sondern durch einen direkten Erregernachweis (Abstrich oder Urin-PCR) nachgewiesen. Ein Bluttest zeigt nur, dass der Körper Antikörper gebildet hat, was auch eine Infektion in der Vergangenheit bedeuten kann. Die Kurzformen auf dem Laborbericht beziehen sich auf die Art des Erregers und die Art der Antikörper: Chlamydia trachomatis ist häufigste Form, verantwortlich für urogenitale Infektionen, Chlamydia pneumoniae ist die Ursache für Atemwegsinfektionen. IgG: Immunglobulin G weist auf eine zurückliegende oder chronische Infektion hin. IgM: Immunglobulin M weist auf eine akute oder kürzlich erfolgte Infektion hin. IgA: Immunglobulin A deutet auf eine aktive Schleimhautinfektion hin.
  • n: Entamoeba histolytica AK, n: Amöbenruhr *
    • w: Entamoeba negativ
    • Die Bestimmung von im Blut ist ein diagnostisches Verfahren zum Nachweis einer invasiven Amöbiasis, insbesondere bei extraintestinalen Verläufen wie einem Leberabszess. Bei Darmbefall ist der direkte Erregernachweis im Stuhl (Mikroskopie, PCR oder Antigentest) dem Bluttest überlegen.
      • Positiv: Ein positiver IgG-Befund deutet auf eine invasive Infektion hin (aktuell oder in der Vergangenheit). Bei extraintestinaler Amöbiasis sind die Antikörper in 95–100 % der Fälle nachweisbar.
      • Hohe Titer (z.B. >1:80 via Immunfluoreszenz) stützen den Verdacht auf eine invasive Amöbiasis.
      • Niedrige Titer: Können auf eine frühere Infektion hinweisen, schliessen eine frische, frühe Infektion aber nicht sicher aus.
    • w: Entamoeba im Stuhl **negativ
    • Schnelltests (ELISA) können spezifische Antigene von Entamoeba histolytica im Stuhl nachweisen. Vegetative Formen müssen in körperwarmem Stuhl nachgewiesen werden, da sie ausserhalb des Körpers schnell absterben.
  • n: Rickettsien AK *
    • w: Rickettsia negativ
    • Dient dem Nachweis einer Infektion mit Rickettsia-Bakterien, die durch Zecken, Flöhe oder Läuse übertragen werden.
      • Titer negativ (1:64): Keine signifikante Menge an Antikörpern nachweisbar. Dies schliesst eine frische Infektion jedoch nicht vollständig aus, da die Antikörperbildung am Anfang noch nicht eingesetzt haben kann.
      • Titer schwach positiv (1:64–1:128): Nachweis von Antikörpern, was auf eine aktuelle oder zurückliegende Infektion hindeutet.
      • Titer hoch positiv: Ein signifikanter Titeranstieg (meist IgG) zwischen zwei Blutabnahmen im Abstand von 2-4 Wochen gilt als Beweis für eine akute Infektion.
  • n: Giardia lamblia AK *
    • w: Giardia negativ
    • Giardien sind Dünndarmparasiten und verursachen chronische oder akute Durchfälle, Bauchschmerzen und Übelkeit. Die Suche nach Antikörpern im Blut (IgG/IgM) ist möglich, aber meist weniger spezifisch für eine akute Infektion als der Stuhltest, da Antikörper auch nach einer bereits abgeklungenen Infektion noch vorhanden sein können.
    • w: Giardia im Stuhl ** negativ
    • Ein positiver Antigentest (ELISA) oder PCR zeigt eine akute Infektion an.
  • n: Epstein-Barr-Virus Polymerase-Chain-Reaction *
    • w: EBV PCR negativ
    • Bei immungesunden Personen ist der Einsatz oft nicht sinnvoll, da das Virus auch nach einer überstandenen Infektion dauerhaft im Körper verbleibt und geringe Mengen EBV-DNA unabhängig von einer akuten Erkrankung nachweisbar sein können. Wird also hauptsächlich bei immungeschwächten Patienten zum Monitoring der Viruslast, bei Verdacht auf chronisch aktive EBV-Infektion (CAEBV) oder bei schweren Verläufen eingesetzt. Erhöhte Lymphozytenzahlen (Lymphozytose) und ein erhöhtes Verhältnis von Lymphozyten zu Leukozyten sind typische Hinweise. Oft sind Leberenzyme (GPT, GOT) und LDH erhöht.
  • n: Cytomegalie-Virus Polymerase-Kettenreaktion *
    • w: CMV-PCR negativ
    • Dies ist ein hochsensibles Laborverfahren, das im Blut das direkte Erbgut (DNA) des Cytomegalievirus (CMV) nachweist. Im Gegensatz zum Antikörpertest (der zeigt, ob man einmal Kontakt hatte), zeigt die PCR eine aktive Infektion oder Reaktivierung des Virus an. Die PCR wird quantitativ durchgeführt (Angabe in Kopien/ml oder IU/ml), um die Viruslast zu bestimmen.
      • Erhöhter Wert: deutet eventuell auf eine akute Erstinfektion oder eine schwerwiegende Reaktivierung hin, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Transplantatempfängern.
      • Erniedrigter Wert: kann auf eine beginnende oder abklingende Infektion hindeuten.
  • n: Humane Herpesvirus 6, n: Herpes *
    • w: HHV6 PCR negativ
    •  Wird vor allem bei immunsupprimierten Patienten (z. B. nach Organtransplantationen) eingesetzt, um eine akute Reaktivierung des Virus zu diagnostizieren.
      • Ein positives PCR-Ergebnis deutet auf eine aktive Replikation des Virus hin, insbesondere bei hohen Viruslasten.
  • n: Humane Herpesvirus 8, n: Kaposi-Sarkom-assoziiertes Herpesvirus *
    • w: HHV8 PCR, w: KSHV negativ
    • Die PCR weist die DNA des Virus nach. Sie wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, die durch HHV-8 verursacht wird, insbesondere das Kaposi-Sarkom (KS), das primäre Effusionslymphom oder die multizentrische Castleman-Krankheit.
      • Ein positiver PCR-Befund deutet auf eine aktive Virusvermehrung (Replikation) hin. Dies ist typisch für KS-Patienten oder immungeschwächte Personen (z. B. HIV-positiv, nach Organtransplantation).
      • Ein negatives Ergebnis schliesst eine HHV-8-Infektion nicht vollständig aus, da das Virus oft latent (ruhend) in Zellen vorliegt und nicht immer im Plasma nachweisbar ist.
  • n: Mycoplasma pneumoniae, n: Mykoplasmen *
    • w: MP, w: MPNP <16-20U/ml
    • Mykoplasmen sind die kleinsten, zur selbstständigen Vermehrung fähigen Bakterien. Die meisten beim Menschen isolierten Mykoplasmen zählen zur normalen Flora der oralen und urogenitalen Schleimhäute. IgM-Antikörper: Erste Antikörper bei frischer Infektion. IgG-Antikörper: Zeigen eine kurz zurückliegende oder länger bestehende Infektion an. IgA-Antikörper: zeigen eine frische Primärinfektion oder Reinfektion an, oft zusammen mit IgM. Ein negativer Antikörpertest schließt eine Infektion in der sehr frühen Phase nicht aus, weshalb eine Kontrolle nach 1–2 Wochen sinnvoll sein kann.
      • IgG-Antikörper >22U/ml und IgA-Antikörper >14U/ml gelten als positives Resultat.
  • n: Humane Granulozytäre Anaplasmose, n: Ehrlichiose *
    • w: HGA, w: HGE negativ
    • Durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Die Diagnose stützt sich auf spezifische Blutbildveränderungen und direkte oder indirekte Erregernachweise. Eine verminderte Anzahl von Blutplättchen ist der häufigste Befund (bei über 80-90% der Fälle).Die Transaminasen (GOT, GPT) sind häufig erhöht. Eine Blutarmut kann ebenfalls auftreten. Getestet wird mit Antikörpern gegen Anaplasma phagocytophilum (via Immunfluoreszenztest).
      • IgM-Antikörper sind meist die ersten Antikörper, die der Körper nach einer Infektion bildet, und deuten auf eine frische, akute Infektion hin.
      • Ein Anstieg der IgG-Antikörper im Verlauf (Serokonversion) ist beweisend.
  • n: Hantavirus *
    • w: HCPS, w: HFRS, w: Hanta negativ
    • Eine Hantavirus-Infektion wird primär durch den Nachweis spezifischer Antikörper (IgM und IgG) im Blut diagnostiziert, meist 2–3 Wochen nach Ansteckung. Es treten parallel auf: eine deutlich erniedrigte Blutplättchenzahl (Thrombozyten), stark erhöhtes Serum-Kreatinin und Harnstoff, erhöhtes CRP und Leukozytose (erhöhte weisse Blutkörperchen) sowie erhöhte Transaminasen (GPT, GOT) und LDH.
      • IgM-Antikörper weisen eine frische Infektion nach.
      • IgG-Antikörper bezeugen eine spätere Phase im Serum.
  • n: Sandfliegenvirus *
    • w: Phlebotominae negativ
    • Die Diagnose einer Infektion mit Sandfliegenviren (Phleboviren wie Toskana-Virus oder Pappataci-Fieber) erfolgt primär über spezifische Laboruntersuchungen im Blut, weil die Symptome grippeähnlich sind. Eine Virusinfektion kann die Anzahl der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) verändern, häufig sinkt sie oder bleibt unauffällig. CRP ist bei Virusinfektionen meist nur leicht erhöht.
      • IgM/IgG Antikärper oder PCR sind beweisend.
  • n: Hepatitis A *
    • w: Anti-HAV negativ
    • Hepatitis A wird durch spezifische Antikörper im Blut nachgewiesen. Typisch sind zudem stark erhöhte Leberwerte (GPT, GOT, GGT). Bilirubin, GLDH, Gamma-GT und AP Können ebenfalls ansteigen. Prothrombinzeit ist vermindert bei schwererem Verlauf.
      • IgM positiv: akute Hepatitis A.
      • IgG positiv: ausgeheilte Infektion.
  • n: Hepatitis B/D, n: Hepatitis D *
    • w: HBV, w: HDV, w: HBsAg, w: Anti-HBs, w: Anti-HBc, w: HBeAgm, w: HBV-DNA, w: Anti-HDV, w: HDV-RNA negativ
    • Die Diagnose von HBV und HDV erfolgt über spezifische Blutuntersuchungen, die Antigene und Antikörper nachweisen. Da Hepatitis D ein defektes Virus ist, das für seine Replikation Hepatitis B benötigt, wird bei einer chronischen Hepatitis B meist auch auf Hepatitis D getestet.
      • Akute Infektion: HBsAg (pos), Anti-HBc IgM (pos).
      • Chronische Infektion: HBsAg (pos) über mehr als 6 Monate, Anti-HBc IgG (pos).
      • Ausgeheilt: Anti-HBs (pos), Anti-HBc (pos), HBsAg (neg).
      • Geimpft: Anti-HBs (hoher Titer), Anti-HBc (neg).
  • n: Hepatitis C *
    • w: HCV, w: Anti-HCV, w: HCV-RNA negativ
    • Die Diagnose von Hepatitis C erfolgt primär über einen HCV-Antikörpertest, der ab ca. 1-5 Monaten nach Ansteckung positiv wird. Bei positivem Ergebnis bestätigt ein direkter Nachweis des Virus-Erbguts eine aktive Infektion. Zusätzlich sind oft erhöhte Leberwerte (GPT und GOT). Gamma-GT, Bilirubin, Albumin, Blutbild (Thrombozyten) und der Genotyp des Virus werden zur genauen Diagnose und Therapieplanung bestimmt.
      • Antikörper (pos), RNA (neg): Deutet auf eine frühere und ausgeheilt Infektion hin.
      • Antikörper (pos), RNA (pos): Es besteht eine akute oder chronische Hepatitis C.
  • n: Hepatitis E *
    • w: HEV, w: HEV-RNA, w: Anti-HEV negativ
    • Die Diagnose einer Hepatitis-E-Infektion erfolgt primär durch Bluttests auf spezifische Antikörper (Anti-HEV IgM/IgG) und den direkten Virusnachweis (HEV-RNA). Erhöhte Leberwerte (GPT, GOT, Bilurubin) sind parallel dazu typisch.
      • IgM positiv: akute Hepatitis E.
      • IgM negativ + IgG positiv: ausgeheilte Infektion.
      • HEV-RNA positiv: aktive Replikation des Virus (akut oder chronisch).

Unbekannte Werte

  • w: L 3-10 ohne Einheit, also vermutlich Zellen.
    • Wahrscheinlich ein alternativer Wert für Leukozyten im Urin.

Weitere Abkürzungen

  • w: KW Kennwert.
  • w: NW Normalwert, w: NWmin unterer Normalert, w: NWmax oberer Normalwert.
  • w: Patho Kennzeichnung von Abweichung der Normalwerte, also den möglichen Krankheitsfall.
  • w: U, “Units”, es geht dabei um Einheiten wie Zellen usw. je Volumen/Gewicht. Kann nicht immer in Gram pro Volumen/Gewicht umgerechnet werden.
  • w: G oder w: GU wie U, aber Gigaeinheiten, also 109.
  • w: IU: medizinisches Mass für die biologische Wirkung von Substanzen wie Vitamine. Da die Wirkung im Vordergrund steht, entspricht 1 IU je nach Substanz einer unterschiedlichen Menge pro Gewicht.
  • w: mol ist die Stoffmengenkonzentration eines bestimmten Stoffes im Blut an. Häufige Einheit: mmol/l. Kann nicht immer in Gram pro Volumen/Gewicht umgerechnet werden.
  • w: ml/min/Xm² Sind Durchflussparameter wie zum Beispiel in der Niere mit ml/min/1.73m² wobei 1.73m² ein Mittelwert für alle Altersgruppen und Geschlechter ist.
  • w: T/l. 1 T/l entspricht einer Billion Zellen pro Liter Blut. Dies ist gleichbedeutend mit der oft verwendeten Angabe von 1 Million pro Mikroliter (µl)
  • w: fl im Blutbild steht für Femtoliter, dieser entspricht einem billiardstel Liter: 10-15l.
  • w: pos positiv.
  • w: neg negativ.

Quellen

Eigene Blut- und Harnbefunde der letzten Jahre.

Google KI-Suche mit den Begriffen “Blutwert + [Wertname/Wertkürzel]” sowie “Organ + Körper + [Wertname]” zur Klärung des Organs welches hauptsächlich den betreffenden Wert steuert. Diese Suchresultate greifen u.a. auf folgende weitere Quellen zurück: netdoktor.at, doccheck.com, fernarzt.com, ladr.de, gesundheit.gv.at, praktischarzt.de, apollohospitals.de, gesundheitsinformation.de, med4you.at, hogrefe.com, abbvie-care.de, apotheken.de, synlab.de, uk-erlangen.de, medizin-zentrum-dortmund.de, helios-gesundheit.de, aerztezeitung.de, allgaeulab.de, adon-health.de, martini-klinik.de, bionity.com, medipee.com, www.gesundheits-lexikon.com, vinmec.com, seltene-nierenerkrankungen.de, urologenportal.de, cistite.info, hopkinsmedicine.org, ada.com, cerascreen.de, ameos.de, internisten-im-netz.de, www.mayocliniclabs.com, eurofins-viracor.com, okh-lab.at, nal-vonminden.com, labor-muenchen-zentrum.de, tropeninstitut.de, gelenk-klinik.de, rki.de, labor-riegel.de, lebertransplantation.eu, mein-allergie-portal.com, medicover-diagnostics.de, mayoclinic.org, medlineplus.gov, med.uni-rostock.de, innovall.de, imd-berlin.de, pmc.ncbi.nlm.nih.gov, tirol-kliniken.at, dsai.de, prostata-hilfe-deutschland.de.

Blutbild mit unterklärten Kurzformen
Blutbild mit unterklärten Kurzformen

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