Steife Waden und dumpfes Gefühl in den Füssen als Trainingsfehler
Unter den Ermüdungserscheinungen kennt man unter anderem Tennisarm, Fersensporn und Läuferknie. Die ersten zwei gehen auf Versteifung und Verkalkung von Sehnenansätzen zurück, das Läuferknie ist eine Überlastung durch Ausgleichsbewegungen von der zu schwachen Hüfte hin zum Knie. Dabei rattert nur eine Sehnenplatte über einen Schleimbeutel und der Schmerz ist perfekt.
Es gibt aber noch andere Ermüdungserscheinungen, namentlich verklebte Faszien und überlastete Sehenplatten. Ich schildere hier wie man zu Symptomen gelangen kann, die sehr alarmierend wirken und letztendlich hatte man nur falsch trainiert. Ich fange von weiter vorne an, denn die gesamte Vita ist da relevant, überall ist ein Grundstein dafür vorzufinden. Und vielleicht ist das bei dir ähnlich.
Ersterstellung 6. Februar 2026, letzter Stand: 8. März 2026.
40 Jahre sorglos Bergsteiger
Mein Sport bestand grossteils 40 Jahre aus Bergsteigen. Dies geballt am Wochenende und im Urlaub. Also lange nichts machen und dann viel und intensiv. Zuletzt auch beruflich als Autor von Wanderführern. Da mir dies keinerlei Probleme bereitete, wärmte ich mich vor derartigen Unternehmungen auch nicht auf und Dehnen danach stand auch nie am Programm. Natürlich merkte ich mit dem Älterwerden, dass ich eine längere Anlaufzeit brauche, was sich durch langsameres Starten in der Aktivität äussert und einer Art Aufwärmphase entsprach.

Als Jugendlicher und zwischendurch beim Studium fuhr ich viel Rad, praktizierte dies aber ebenso wie das Bergsteigen: von 0 auf 100 und wieder auf 0.
Natürlich hatte ich in der Zeit auch verschiedene Unfälle wie Bänderrisse und ermüdungsbedingte Knieschmerzen, aber das gehört beim Bergsteigen wie die Butter auf das Brot und das ist für das Thema hier nebensächlich. Wichtig ist in diesem langen Lebensabschnitt, dass ich mich nie aufgewärmt oder gedehnt hatte, auch nicht als ich bereits 50 wurde.
2006, ich war da 34 Jahre alt, hatte ich Bänderrisse/Bänderdehungen in der Ferse rechts aussen, die konservativ behandelt wurden. Diese Bänder sind nach wie vor nicht sehr fest, das heisst, ich knicke trotzdem immer wieder um. Ab diesem Zeitpunkt ging ich nur mehr ausschliesslich mit festen Bergschuhen ins Gelände und sonst habe ich immer feste Trekkingschuhe an. Die Fussmuskulatur verkümmert dabei zusehends.
2,5 Jahre Knieprobleme
Mitte 2023 zeigten sich, in Etappen, dass in meinem rechtes Knie der Innenmeniskus in Auflösung begriffen ist und dass ich unter der Kniescheibe Knorpelschäden (Arthrose) habe. Dieser Werdegang ist hier beschrieben: Knie-Tagebuch bei beginnender Arthrose. Auch dieser Umstand ist nicht primär ursächlich für das hier behandelte Thema. Relevant ist, dass ich von diesem Zeitpunkt an auf konsequentes Radfahren umstieg. Täglich rund 40 Minuten, also rund 10 Kilometer und 150 Höhenmeter. Täglich heisst wirklich täglich, auch im Winter bei Eis und Schnee. Zusätzlich in den Urlauben natürlich noch viel mehr. Zum Schonen des Knies habe ich das Gehen massiv eingeschränkt, vor allem weil mir das Eigengewicht am Knie auf Dauer zu viel ist.
Obwohl ich mit einem Mountainbike im gemischten Gelände unterwegs bin, ist durch das Radfahren die Bewegung in der Hüfte abwärts massiv eingeschränkt. Es gibt noch das Durchschütteln durch Erschütterungen, das mehrmalige Umpositionieren in Kurve, Hangneigungswechsel und das Schieben im unfahrbaren Gelände. Aber das ist alles kein Vergleich zu der Vielfalt an Bewegungen, welche die Beine im weglosen alpinen Gelände beim Bergsteigen machen.
Das Radfahren betrieb ich letztendlich auch intensiv, denn ich handelte mir damit ein Läuferknie (natürlich zusätzlich am bereits geschädigten Knie) nach rund einem Jahr Radfahren ein. Man strengt beim Radfahren vor allem die Oberschenkel an. Ausgleichsbewegungen macht der Oberkörper. Die Hüfte haftet am Sattel und verkümmert. Beim Gehen übernimmt das Knie nun die Seitenstabilisierung, die Hüfte macht immer weniger. Das selbe passiert beim Laufen, deswegen der Name Läuferknie. Das Läuferknie ist also nie ein Zeichen eines Knieproblems sonder einer falschen oder einseitigen Bewegung. Mit viel Physiotherapie und Massage konnte ich das Läuferknie loswerden und fuhr weiter meine Radrunden. Dieses Läuferknie ist aber somit als Warnzeichen zu betrachten.
4 Wochen unerwartetes Gehen
Ich musste Ende 2025 familiär bedingt 2 Mal 2 Wochen in die Hauptstadt und da habe ich kein Rad. Trotzdem hatte ich viel Zeit und nutzte diese für ausgedehnte Wanderung durch den Wienerwald aber auch viel in durch die Stadt. Das ging, mit dem Knie, überraschend gut. Ich hatte allerdings sehr schnell Muskelkater in den Füssen und in den Waden. Das klingt lächerlich, ist es auch, aber es zählt zu den oben bereist erwähnten Warnzeichen. Ich erkannte dies auch als solches, und nahm mir vor, wieder mehr zu Gehen um einen Ausgleich zum Radfahren zu haben.
Bruch im Ellbogen und Hometrainer
Im Herbst verschlechterte sich der Meniskus im lädierten Knie, dadurch fuhr ich weniger Rad (immer noch täglich, aber kürzere Strecken) und machte auch sonst weniger, trotz aller Vorsätze mehr zu gehen. Es wird Winter und es regnete ausgiebig. Mein Pensum war auf 25 Minuten täglich Radfahren reduziert. Also immer noch genug.
Mitte Dezember 2025 stürze ich mit dem Rad und breche mir das Radiusköpfchen im Ellbogen. Eine kleine Draufgabe, aber ich erkannte nicht sofort die Trageweite. Es ist Wochenende, der Ellbogen schmerzt, man hat mal andere Sorgen. Der Heilungsverlauf ist anfangs sehr gut. Aber es ist sehr schnell klar, dass ich nun mindestens 2 Monate nicht mehr Radfahren kann. Also wird binnen Tagen ein Hometrainer Model XY bestellt. Das Aufbauen mit dem beschienten Arm ist mühsam, aber ich setze mich gleich drauf und radle los. Wieder 40 Minuten und ca. 10 Kilometer. Nach zwei Wochen steigere ich die Dauer auf 1 Stunde und ca. 14 Kilometer. Dies immer mit einem relativ hoch eingestellten Widerstand. Ein bekannter Rennradfahrer sagte mir, dass dieser Widerstand auch jener ist mit dem er “gemütlich” Langstrecke fährt. Mir entsprach der Widerstand jenem, mit dem ich sonst draussen unterwegs bin.
Die Unterschied zwischen Radfahren und Hometrainer ist jedoch gravierend:
- Man tritt immer. Wenn ich 40 Minuten Rad fahre, rolle ich die Hälfte der Zeit. Am Hometrainer rastet man nie. 40 Minuten Hometrainer sind also das Doppelte wie 40 Minuten Radfahren. 40 Minuten Hometrainer entsprechen in meinem Tempo 2260 Umdrehungen, dass heisst 4520 Einzeltritte.
- Gleichzeitig ist der Hometrainer viel einseitiger. Man ändert nie seine Position, man hat keine Erschütterungen, die Beine machen immer genau das Selbe, man ändert nie den Tretwiderstand.
Bei mir kommen noch ein paar erschwerende Umstände dazu: der Hometrainer ist ein bisschen zu klein für mich, der horizontale Versatz zwischen Kurbel und Sitz entspricht nicht jenem optimalen des Fahrrads, wegen der Armverletzung sitze ich aufrecht und nicht am Lenker angelehnt, ich fahre mit einfachen Hausschlapfen und somit trete ich nicht in der optimalen Position in die Pedale. Ich trete mit dem Mittelfuss und nicht mit dem vorderen Ballen. Mir schläft regelmässig der Hintern ein.
Alarmzeichen Ende Dezember 2025
Ich ziehe mein Hometrainer-Pensum durch. Ich komme dabei gut ins Schwitzen und bin, trotz des Zwangs nicht draussen sein zu können, zufrieden. Erstes Alarmzeichen ist ein kurzes aufflammen des Läuferknies, welches ich aber durch Dehnen und Massage durch meine Frau sehr schnell in den Griff bekomme. Doch recht schnell merke ich beim Absteigen vom Hometrainer schwere, bleierne Füsse. Ich schiebe dies auf das Trainieren, ich mache da ja nicht zu wenig. Ich mache aber unverändert weiter.
Einige Tage später merke ich, dass ich beim Abrollen des nackten Fusses Schmerzen habe. Mein Eindruck ist, dass ich die Einzelknochen im Fuss spüre. Gleichzeitig fühlten sich die Füsse dick an, aber beim Hinsehen erscheinen sie nicht dick, das ist nur ein Eindruck. Dieser Zustand wird ein paar Tage darauf permanent, das heisst es ist auch die ganze Zeit im Kopf präsent. Die Waden sind fest, aber das sind sie bei mir seit Jahren oft, zuerst beunruhigt mich das nicht.
Weil sich parallel mein Knie verschlechterte mache ich auch einen Termin bei meiner Orthopädin aus. Ihr klage ich auch mein Fussleid. Sie lässt mich auf- und abgehen. Dabei zeige ich einen normalen Gang, der Mittelfuss bricht nicht ein. Sie befragt mich weiter und überweist mich an die Neurologie! Ich bin etwas beunruhigt. Neuralgie, MS oder irgendwas dieser Art ist gar kein Geschenk. Termine dauern, also nehme ich die Abkürzung über eine Privatklinik. Erste Untersuchung beim Neurologen negativ: alle Nervenbahnen und Reaktionen in den Beinen sind normal. Einzig die Klopfreaktion an beiden Achillessehnen bleibt aus, das sei aber nicht ungewöhnlich meint der Neurologe. Bleiben zwei Bereiche offen: Wirbelsäulenschäden (Bandscheibenvorfall) und Gefässprobleme.
Die Wirbelsäule wird gleich am Tag drauf, Dienstag, durch das MRT gejagt. Volle 50 Minuten in der dröhnenden Röhre sind echt nichts für schwache Nerven. Dank Privatklink ist der neuerliche Neurologie-Termin gleich am Mittwoch. Wirbelsäule altersgerecht. Ein kleiner Bandscheibenvorfall zwischen den vorletzten und vorvorletzten Lendenwirbeln, genau dort wo dies an keine Nerv drücken kann, also irrelevant. Das sind halt so die Nebenbefunde. Wann hat man schon mal ein Wirbelsäulen-MRT in der Hand? Fazit: Neurologische Ursachen sind derzeit zur Gänze ausgeschlossen. Der Neurologe ist natürlich auch Arzt und schliesst Gefässkrankheiten aus, dies auch in Bezug auf das Auftreten der Schmerzen, die nun permanent sind. Das sah damals auch die Orthopädin so. Der Neurologe meint zu recht, dass der Ausschluss von Nervenkrankheiten sehr gut ist. Er entlässt mich jedoch mit Bedauern weil er mir nicht helfen konnte.

Ich bin erleichtert, aber keinen Meter weiter mit meinem Problem. Ich recherchiere ein wenig, komme aber auf keinen grünen Zweig. Magnesium hilft nicht, jedenfalls nicht in normalen Mengen (unter 400mg/Tag). Ich habe auch Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) probiert, aber auch diese Schmerzmittel helfen nicht. Meine einzige Erkenntnis soweit ist, dass Kälte an den Füssen gut tut.
Der Gedanke, neurologische Probleme zu haben hat mir natürlich psychisch arg zugesetzt. Dagegen half auf der Neurologe nicht wirklich wenn er meinte, dass er “jetzt noch nichts erkennen kann”. Er war wahrscheinlich nur ehrlich.
Einkreisung des Problems
Donnerstag 3. Februar 2026 versuche ich analytisch an die Sache heranzugehen. Ich verwende die KI auschliesslich zum Programmieren und bin dabei damit recht zufrieden. Für Gesundheitliche Probleme war mir dies aber bis jetzt zu heikel. Also füttere ich Mistral.ai mit meinen Empfindungen, dem Knie, dem Radfahren, dem Hometrainer usw., ich lasse allerdings die Intensität all dieser Tätigkeiten aus. Ich füge auch hinzu, dass neurologische Ursachen und Gefässprobleme praktisch ausgeschlossen sind. Die Antwort kommt recht schnell.
Warum ist es so hartnäckig?
- 2,5 Jahre einseitige Belastung (Knieproblem + viel Radfahren) haben zu chronischen Verspannungen und Faszienverklebungen geführt.
- Der plötzliche Wechsel auf den Hometrainer (ohne natürliche Bewegungsvariation) war der “letzte Tropfen” – die Faszien und Muskeln konnten die repetitive Belastung nicht mehr kompensieren.
- Barfussgehen und langes Stehen sind jetzt unangenehm, weil die Fuss- und Wadenfaszien nicht mehr elastisch sind und die natürliche Stoßdämpfung fehlt.
Es folgt eine lange Liste an physiotherapeutischen Tipps die alle gut sind und auch dieser:
3. Vermeidung der Auslöser & schrittweise Rückkehr zur Belastung
- Hometrainer pausieren:
- Vermeide den Hometrainer für mindestens 4–6 Wochen, bis die akuten Beschwerden deutlich besser sind.
- Radfahren im Gelände:
- Sobald dein Arm verheilt ist, starte mit kurzen, lockeren Einheiten auf weichem Untergrund (z. B. Waldwege) und steigere langsam.
- Alltagsbelastung anpassen:
- Vermeide langes Stehen. Wenn du stehen musst, nutze eine weiche Unterlage (z. B. Gummimatte) oder wechsle häufig die Position.
Es ist sofort klar, dass zuletzt der Hometrainer monokausal zu viel und falsch war. Es hatte ja auch dort begonnen und ich hatte das Gerät immer wieder in Gesprächen mit Ärzten und Physiotherapeuten thematisiert, aber niemand hat die Problematik erkannt. Die KI interessanterweise schon, der Hometrainer war als erstes verteufelt. Natürlich nimmt die KI nur als Grundlage was man ihr liefert, aber ich versuchte wirklich offen alles darzulegen, auch mit der Dauer seit dem Kniebeschwerden, etwa so wie ich es auf dieser Seite darlege. Trotzdem kommen auch sehr menschliche Tipps:
Wichtig:
- Geduld haben! 2,5 Jahre eingeschliffene Muster lassen sich nicht in wenigen Tagen lösen. Aber mit Konsequenz wirst du spürbare Fortschritte machen.
- Tagebuch führen: Notiere, welche Übungen helfen und wann die Beschwerden besser/schlechter werden. Das hilft dir und deinem Therapeuten, den Fortschritt zu tracken.
Die Physiotherapeutin, bei welcher ich wegen meinem Ellbogen bin, sieht den Körper und den Menschen gesamtheitlich und hat mich natürlich auch um alles rundherum an mir abgefragt. Die Füsse und Waden sprach ich natürlich auch an und sie hatte mich bei den Waden recht früh auf steife Faszien hingewiesen, aber auch nicht die gesamte Tragweite realisiert. Erst der Ausschluss von neurologischen Problem brachte den Durchbruch.
Nun bin ich zwar im Kopf einen wesentlich Schritt weiter, die Baustelle meiner Extremitäten (2 Füsse, 1 Knie, 1 Arm) bleibt aber. Die Füsse und den Arm hoffe ich bald wieder normal gangfähig zu bekommen, das Knie bleibt mir wohl langfristig.
Physiotherapeutische Übungen
Ich bin ja wegen dem Radunfall in Physiotherapie und diese Physiotherapeutin ist sehr umsichtig und wissbegierig. Sie interessiert sich somit auch für mein Knie und ich klage ihr natürlich auch mein Leid in Bezug auf Füsse und Waden.
- Übungen mit den Füssen sind: auf den Zehenspitzen stehen, auf der Ferse stehen, dies abwechselnd links rechts und gesamt mit Körper hochwippen. Das geht 3 bis 4 mal, dann machen meine Waden “zu”. Mit den Füssen ist der Igelball ideal.
- Übungen mit den Waden bestehen vor allem aus Dehnen, aber auch hier machen meine Waden nach rund 20 Sekunden “zu”. Zwei Minuten gedehnt halten ist unmöglich. Links geht es schlechter als rechts. Es geht nach Bewegung das Dehnen wesentlich besser als nach längeren Sitzen. Das ist zwar normal aber dennoch stark ausgeprägt.
Zusätzlich natürlich auch Fussmassage und Wadenmassage durch meine Frau. Ersteres wirkt gefühlsmässig besser.
Entwicklung nach Einkreisung des Problems
In der ersten Februarwoche fand die Abklärung in der Neurologie statt und anschliessend die (nicht medizinisch bestätigte) Erkenntnis, dass die Faszien in Füssen und Waden “verklebt” sind. Seit dem erfolgten zweierlei Eingriffe:
Erstens ein sehr starke faszienlösender Eingriff in die Waden ganz am Anfang. Das war sehr schmerzhaft und wahrscheinlich zu stark. Dies lag aber auch am Unwissen der Physiotherapteutin, es war vor der Abklärung in der Neurologie. Ich brauchte gut eine Woche bis sich die Waden von dem Eingriff beruhigten. Ich habe nun immer noch Druckschmerzen an einzelnen Stellen an der dicksten Stelle der Waden und dabei links stärker als rechts. Es ist ungeklärt ob die Druckschmerzen zuvor da waren oder durch den Eingriff der Physiotherapeutin erfolgten, sie nehmen allerdings progressiv ab.
In der zweiten Februarwoche geht die Physiotherapeutin sanfter an die Sache heran und das geht besser. Sie testet alle Muskelansätze durch starken Drücken an Hüfte abwärts, am Knie und am Fuss durch und meinte, dort einzelne schmerzhafte Stränge finden zu müssen. Dies verläuft aber negativ. Die Füsse und Waden versteifen sich anscheinen unabhängig von ihren einzelnen Sehnenansätzen. ie Physiotherapeutin prüft eine Woche später auch die Sehenansätze in der Fusssohle. Hier gibt es derer einen ganzen Haufen. Besonders jene im Ballen vor der grossen Zehe sind besonders schmerzhaft beim punktgenauen Drücken. Dieser Schmerz nimmt auch nach zwei Minuten nicht ab, das heiss, die Verspannung ist dort massiv.
Nach meinem Gefühl geht es mit der Physiotherapie und den dazugehörigen Übungen zu Hause etwas besser, der Schmerz und das Empfinden beim Gehen wird homogener. Unverändert bleibt die unmittelbare aber wenig nachhaltige Besserung an der Fusssohle mit Kälte und dem Igelball. Ich habe versucht, die Waden kalt zu duschen, das war aber nicht erfolgreich. Ich liebe Kälte soweit eigentlich nicht.
Trotzdem ist das Gefühl in den Füssen noch stark präsent und es wird abends stärker. Es äussert sich zumeist durch nur empfundene dicke Füsse und ein vorderen Ballen, der sich “rund” anfühlt und das Abrollen ungut macht. So als ob ich von heute auf morgen Einlagen bräuchte. In guten Trekkingschuhen stellt sich manchmal ein Taubheitsgefühl ein, das aber nur abschnittsweise die Fusssohle betrifft. Beim Gehen (maximal 15 Minuten derzeit) werden die Waden noch fester, aber dies bin ich seit längeren unbewusst gewöhnt. Die Füsse ermüden schnell.
Ich bin nun am 11. Februar 2026 mal eine Runde mit einer Stunde gegangen, im gemischten Gelände: Asphalt, Schnee, gefrorener Boden, weicher Waldboden. Währenddessen wanderte das Taubheitsgefühl innerhalb der Fusssohle. Am Asphalt ging es am Ende schlechter. In den Waden habe ich zeitweise ein Ziehen wie einen Krampf der nicht “durchschlägt”, dies legt sich danach wieder. Dehnen ging danach nicht besser als zuvor.
Am 19. Februar 2026 bin ich wieder bei der Orthopädin, welche mich mit den Problemen an den Unterbeinen zum Neurologen überwiesen hat. Grundsätzlich bin ich bei ihr wegen dem Knie. Trotzdem scheint sie mein Problem nicht ernst zu nehmen. Sie ist nicht so recht an den Ursachen interessiert “weil das nichts zur aktuellen Problemlösung beiträgt”. Sie will sich überhaupt nicht auf den Grund der hier beschriebenen Reduktion der Beinauslastung vom Bergsteigen zum Hometrainer einlassen. Sie nimmt die neurologischen negativen Resultate zur Kenntnis und schlägt mir nun, als nächsten Schritt Einlagen nur zum Radfahren vor (draussen oder Hometrainer).
Ich muss hier ergänzen, dass die selbe Orthopädin vor rund einem Jahr Einlagen ablehnte. Die Idee kam von Physiotherapeuten um eine ganz leichten X-Beine zu korrigieren. Diese X-Stellung ist aber eine direkte Folge des kaputten Innenmeniskus. Ein Geradestellen des Knies würde den Innenmeniskus wieder mehr belasten.
Es sind zweierlei Einlagen:
- orthopädische für normale Schuhe welche man im Sanitätshaus anfertigen lässt. Diese trägt man immer.
- Sport-Einlagen die es von Herstellen wie Specialized gibt. Diese sind nicht spezifisch an den Fuss angepasst, sie stützen vor allem den mittleren Innenfuss dort wo man auf das Pedal tritt um dort Ermüdung vorzugreifen. Diese sind im Gegensatz zu den orthopädischen Einlagen atmungsaktiv und nur beim Radfahren zu tragen.
Sport-Einlagen werde ich mir zulegen und es einmal damit probieren. Da die orthopädischen Einlagen in die Kniestellung eingreifen können werde ich davon absehen. Abgesehen davon muss der Fuss wieder die vorige Stärke erlangen.
Unten die Sporteinlagen im Vergleich zum normalen “Lappen” im Trekkingschuh. Man sieht es nicht so gut am Bild, aber der Mittelfuss und der Äussere Rand sind bei den Sporteinlagen wesentlich besser gestützt, die Struktur ist dort hart. Diese Sporteinlage wirkt sonst in keiner Wiese dämpfend. Ich hätte erwartet, dass die Mittelfussunterstützung stärker (als fester und höher) sein sollte, aber anscheinend gehört dies so. Ich verwende sie seit 9. März 2026 ausschliesslich beim Gehen auf Asphalt. Im Gelände bleibe ich bei den flexiblen Originaleinlagen um den Fuss zum Mitarbeiten zu forcieren. Die Sporteinlagen haben einen stolzten Preis: EUR50,- und das wird natürlich von keinerlei Krankenkasse bezahlt. Lediglich orthopädische Einlagen werden unterstützt (ich weiss allerdings nicht zu welchen Anteil).

Nur auf mein Drängen, stellte mir die Orthopädin Physiotherapie-Termine für meine verspannten Waden und dem ungeklärten Empfinden in den Füssen aus. Dies ist schon etwas kurios, da die Fachärzte von Gelenkpunkt.com Orthopädie und Sportmedizin als ihre Hauptgebiete betrachten. Meine Verspannungen sind eindeutig sportlicher Art.
Verschlechterung Anfang März 2026
Ich bin neben den Füssen auch noch mit Arm- und Knie-Problemen versehen. Meine Auffassung war, dass ich mit der Sanierung des Arms bald wieder Radfahren kann und ich so mein Knie wieder trainieren und entlasten kann. Die Füsse traten da etwas in den Hintergrund. Ich folgte allerdings dem Rat meiner Physiotherapeutin und gehe wieder mehr zu Fuss. Ich schaue, dass ich 3 bis 5 Kilometer pro Tag draussen gehe. Ich habe gebrauchte Trekkingschuhe im Einsatz, diese bieten guten Halt, sind aber nicht mehr so stabil wie neue und besonders ermöglichen sie den Ballen abzurollen.
Dieses Gehen erzeugt noch mehr Reize und besonders das Gehen auf Asphalt ist mühsam bis schmerzend. Auf weichem Waldboden, der nun auch in Tirol grossteils aufgetaut ist, geht es wesentlich besser. Trotzdem ist das Gesamtgefühl schlechter. Die Waden sind vielleicht ein bisschen entspannter, aber die Fusse schmerzen nun konkreter beim Abrollen, auch in (Haus-)Schuhen. Die Füsse wirken permanent müder.
Ein Mittel hilft kurzfristig ganz klar: Kälte. Ein paar Minuten die Füsse im eisigen Gebirgsbach und ich kann rund 15 Minuten schmerzfrei gehen. Einfach in Socken auf die kalte Terrasse gehen hilft auch, jedoch nur noch kurzfristiger. Ich habe nun auch angefangen Ibuprofen-basierte Schmerztabletten zu nehmen (2 x 400 mg pro Tag), diese lindern ebenso den Schmerz, aber es ist dies kein Gamechanger.
Im Gespräch mit Bekannten kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Empfindungen sehr nahe an jenen eines Fersensporns dran sind, wobei es wahrschleinlich keiner ist, weil die Physiotherapeutin dies wohl gemerkt hätte. Auch ist mein Schmerzempfinden vorne im Fuss. Allerdings wurden die Füsse nie einem bildgebenden Verfahren unterzogen. Ebenfalls untypisch: es sind beide Füsse gleichermassen betroffen. Trotzdem geht es um eine Sehenplatte in Fusssohle, die beim mir anscheindend in der Mitte und Vorne massiv überreizt ist.
Beim Gehen habe ich nun zwei unterschiedliche Schmerzempfindungen, die wahlweise auftreten und irgendwie an den Tag gebunden sind:
- Stechenden Schmerz im vorderen Ballen und ggf. Spannung in der Wade. Das ist besonders ungut.
- Bleiernes Gefühl im Fuss ausser der Ferse und ggf. Spannung in der Wade. Dies ist erträglicher, aber auch beunruhigend, weil man den Eindruck hat, der Fuss wird einem fremd.
Dieses bleierne Empfinden ist recht nahe an jenem dran, mit welchem das ganze begonnen hatte in meine Wahrnehmung zu treten. Es ist begleitet von einem Taubheitsgefühl, das aber auf der Fusssohle “wandert”. Dieser Eindruck wird auch von Leuten geschildert, welche nachgewiesen starke Fussverspannungen haben.
Gesundenuntersuchung Mitte März 2026
In Österreich kann man einmal Jährlich eine Gesundenuntersuchung machen. Dabei wird ein so genanntes grosses Blutbild gemacht, Harn und Stuhl genommen, ein EKG gemacht und es gibt auch ein umfassendes Gespräch mit dem Hausarzt. Die Besprechung der Laborwerte erfolgt bei einem zweiten Termin wenige Tage später. Natürlich kann man auch öfters solche Tests machen, dann muss es aber auf Überweisung von einem (Fach-)Arzt erfolgen oder man muss die Untersuchung selber zahlen.
Bei dem Gespräch mit Arzt und Laborpersonal wird beim ersten Termin auch ermittelt ob gewisse Blutkennwerte zusätzlich getestet werden sollen. Dafür braucht man ggf. zusätzliche Blutproben. Bei mir werden somit zusätzliche Kennwerte zu Muskelentzündungen geprüft.
Ich erkläre meinem Hausarzt in Kurzform meinen Zustand (der auf dieser Seite dargestellt ist). Sein Urteil ist eindeutig: Muskelverkürzung wegen einseitiger Bewegung, die Therapie heisst vor allem Dehnen. Damit deckt sich dies mit meinem persönlichen Erkenntnissen und auch jenen der Physiotherapeutin. Aber es ist dies auch die erste ärztliche Diagnose weil weder der Neurologe noch die Orthopädin sich zu irgend einer Aussage haben hinreissen lassen. Der Hausarzt verschreibt mir auch das Medikament Siralud 4mg, es setzt den Muskeltonus nachts herab. Man muss es vor dem Schlafen nehmen. Ich merke dadurch nichts Spezielles weil ich trotz meiner Fussverspannungen gut schlafe, aber das Medikament hilft mittelfristig eine Entspannung herbeizuführen. Die Wirkung ist eindeutiger, wenn man zum Beispiel Verspannungen im Nacken hat.
Am 16. März erfahre ich die Laborwerte. Sie sind nichtssagend. Die speziell gemessenen Muskelentzündungswerte zeigen keinerlei Entzündungswerte an. Lediglich Cholesterol ist hoch. Und ich habe einen Folsäuremangel, den interessanterweise auch mein Sohn immer wieder hat, das scheint in der Familie zu liegen, hat aber ursächlich nichts mit meinen Beschwerden zu tun.
- Der relevante Wert ist CPK (auch oft CK, Creatin-Kinase) genannt. Dies ist der wichtigste Marker. Bei entzündlichen Muskelerkrankungen ist der CK-Wert im Blut stark erhöht, da Creatin-Kinase aus geschädigten Muskelzellen austritt. Bei Entzündung reicht der Wert bis 1000U/l.
- Die Leberenzyme GOT (AST), GPT (ALT), GGT und LDH sind auch in Muskelzellen zu finden und können bei Muskelentzündungen ebenfalls erhöht sein.

- Das C-reaktive Protein (CRP) ist bei entzündlichen Prozessen im Körper häufig erhöht.

Zweite Märzhälfte 2026
Ich habe nun trotz oder wegen der Fussprobleme ein tägliches Geh-Programm gestartet. Dies läuft nun seit nun Anfang März. Ich gehe bei mir zu Hause weg und den Gebirgsbach ca. 120 Höhenmeter flussaufwärts bis zu einer Stelle wo ich ein Kalt-Fuss-Bad nehmen kann und dabei auch recht bequem sitzen kann. Der Weg ist recht holprig, es geht über Steine und Wurzeln. Anschliessend folgt ein sehr weicher Waldboden und zuletzt geht es noch einmal so steil bergauf, dass ich auf den Zehenspitzen aufwärts gehe. Ganz am Ende geht es in das Bachbett hinunter und dort auch noch ein stück aufwärts. Das wärmt die Füsse sehr gut auf, fordert sie aber auch heraus und stärkt sie auch. Das Baden der Füsse im eiskalten Wasser (es hat derzeit unter 5°C) halte ich nur drei Mal 20 Sekunden aus, aber das tut besonders anfangs Wunder: beim anschliessende Bergabgehen (den selben Weg zurück, spüre ich keinerlei Schmerz oder Drücken in den Füssen! Kälte beruhigt anscheinend massiv die gereizten Faszien und die verkürzten Muskeln.


Das Kühlen ist ein positiver Nebeneffekt, der Haupteffekt wird aber durch das Gehen mit lockeren Trekkingschuhen erzielt. Der Fuss muss dabei arbeiten. Ich war nicht sicher, ob dies zu einer Überlastung führen würde. Aber es ist eben im Gelände und nie länger als 40 Minuten und ca. 3 Kilometer. Im Anschluss dehne ich Waden und Füsse. Parallel massiert meine Frau abends nach wie vor Füsse und Waden, nun legt sie mir auch Topfen auf die Füsse auf. Auch die Physiotherapeutin bearbeitet nach wie vor meine Füsse und Waden einmal in der Woche. Es ist also das volle Programm.
Heute 17. März 2026 kann ich das erste Mal behaupten draussen beim Gehen nicht irgendwie meine Füsse beachtet zu haben.
